Mindestens neun Tote bei schwerem Zugsunglück in Ankara. Bei einem schweren Zugsunglück am Rande der türkischen Hauptstadt Ankara sind am Donnerstag mindestens neun Menschen ums Leben gekommen. 47 weitere seien bei der Kollision eines Schnellzugs mit einer Lokomotive verletzt worden, mehrere davon schwer, sagte Verkehrsminister Cahit Turhan. Der Aufprall war so heftig, dass die Lokomotive schwer beschädigt wurde und mehrere Waggons entgleisten.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 13. Dezember 2018 (10:53)
APA (AFP)
Kollision eines Schnellzugs mit einer Lokomotive

Der Schnellzug nach Konya war in der Früh in eine Lokomotive geprallt, die im Bahnhof von Marsandiz die Gleise kontrollierte. Der Zug, der laut türkischen Medienberichten mehr als 200 Passagiere an Bord hatte, riss dabei auch eine Fußgängerüberführung im Bahnhof von Marsandiz mit sich, die dann auf die Waggons stürzte.

Nach Angaben des Ministers befanden sich unter den Toten drei Bahnangestellte, die anderen Opfer waren Passagiere. Österreicher dürften nach bisherigem Informationsstand nicht betroffen sein: "Nach Rücksprache mit unserer Botschaft in Ankara liegen uns keine Hinweise vor, dass Österreicher zu Schaden gekommen sind", sagte Peter Guschelbauer, Leiter der Informationsabteilung im Außenministerium in Wien, auf APA-Anfrage.

Der 6.30-Uhr-Schnellzug ins zentralanatolische Konya war wenige Minuten nach der Abfahrt am Hauptbahnhof von Ankara mit der Lokomotive kollidiert, die auf dem gleichen Gleis stand. Laut dem Gouverneur von Ankara, Vasip Sahin, kontrollierte sie die Gleise.

Zahlreiche Rettungskräfte bemühten sich auf den von Schnee bedeckten Gleisen, die Toten und Verletzten aus den blau-weißen Waggons zu bergen. Helfer des Türkischen Roten Halbmonds verteilten Decken und Suppe an Überlebende, die sich auf einer Straße nahe dem Unglücksort im Viertel Yenimahalle versammelt hatten.

Gouverneur Sahin sagte, eine Untersuchung sei eingeleitet worden, um die Ursache des Unglücks zu ermitteln. Die Schnellbahnstrecke von Ankara nach Konya war 2011 vom damaligen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan eingeweiht worden. Die Türkei arbeitet seit Jahren daran, ihr Bahnnetz zu modernisieren und auszubauen, doch gibt es immer wieder schwere Unglücke.

Erst im Juli waren bei einem Zugsunglück im Nordwesten der Türkei 24 Menschen getötet und Hunderte verletzt worden. Damals war ein Zug auf dem Weg von Edirne nach Istanbul entgleist, nachdem das Gleisbett bei schweren Regenfällen unterspült worden war. Im Juli 2004 waren zudem 41 Menschen in der nordwestlichen Provinz Sakarya ums Leben gekommen, als ein Schnellzug entgleiste.