1 Millionen tägliche Autofahrten betreffen Gehdistanzen. Rund elf Millionen Autofahrten werden in Österreich täglich zurückgelegt, 1,1 Millionen davon für Gehdistanzen.

Von APA Red. Erstellt am 05. April 2019 (11:43)
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Kürzere Wege mit dem Auto belasten Geldbörse und Umwelt

Zersiedelung, fehlende Nahversorgung und Mängel bei Gehwegen erschweren es der Bevölkerung, mehr kurze Strecken zu Fuß zu gehen, machte der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) am Freitag aufmerksam. Auf kurzen Autofahrten sei zudem der Spritverbrauch im Verhältnis zur Strecke sehr hoch.

Während rund zwei Millionen Autofahrten länger als 20 Kilometer sind, sind rund viereinhalb Millionen Autofahrten kürzer als fünf Kilometer, hieß es in einer Aussendung unter Berufung auf Daten des Verkehrsministeriums. Kürzere Wege mit dem Auto belasten sowohl die Geldbörse als auch die Umwelt, warnte der VCÖ. Demnach ist der Spritverbrauch auf dem ersten Kilometer etwa zwei bis drei Mal so hoch wie im Schnitt und damit auch der Ausstoß von klimaschädlichem CO2.

Die Österreicher legen im Schnitt rund 265 Kilometer pro Person und Jahr zu Fuß zurück. Das entspricht der Distanz von sechs Marathons. Am meisten gehen Senioren zu Fuß, sie legen sogar fast acht Marathons pro Jahr für Alltagserledigungen zu Fuß zurück - ohne spazieren gehen, wandern oder laufen. Österreichweit wird laut VCÖ jeder vierte Einkauf zu Fuß erledigt, ein Sechstel der Hol- und Bringdienste und jeder 14. geht zu Fuß in die Arbeit.

"Gehen ist nicht nur die gesündeste und kostengünstigste Form der Mobilität, sondern auch am klimafreundlichsten. Kurze Strecken zu gehen statt mit dem Auto zu fahren ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz", betonte VCÖ-Experte Markus Gansterer. "Wir müssen in allen Bereichen ansetzen, um den Verkehr auf Klimakurs zu bringen. Die Vermeidung kurzer Autofahrten ist dabei ein wichtiger Beitrag."

Der Verkehrsclub forderte eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung sowie eine Infrastrukturoffensive für Fußgänger. Zudem sei eine "Reform der Raumordnung dringend nötig". Die Zersiedelung sollte gestoppt und Ortskerne sowie Nahversorgung gestärkt werden.