Sanktionen gegen Firmen mit Nordkorea-Geschäft verhängt. Die USA verhängen zusätzliche Sanktionen gegen Nordkorea. US-Präsident Donald Trump sagte am Donnerstag in New York, die von ihm angeordneten neuen Sanktionen zielten auf Einzelpersonen, Firmen und Institutionen ab, die unter anderem in den Branchen Textil, Fischerei, Handwerk und Informationstechnologie Handel mit Nordkorea trieben. Auch die EU verständigte sich auf weitere Sanktionen.

Von APA Red. Erstellt am 21. September 2017 (19:14)
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Der US-Präsident verkündete neue Strafmaßnahmen

Wie EU-Diplomaten am Donnerstag mitteilten, einigten sich die zuständigen Botschafter der Mitgliedstaaten auf eine Reihe weiterer Strafmaßnahmen. Dazu gehören ein vollständiges Verbot von Investitionen und Ölexporten sowie die Belegung weiterer nordkoreanischer Vertreter mit Einreise- und Vermögenssperren.

Durch die neuen US-Sanktionen soll zudem die US-Verwaltung die Möglichkeit erhalten, ausländische Banken zu sanktionieren, die Geschäfte im Zusammenhang mit Nordkorea-Handel finanzieren. "Ausländische Banken werden eine klare Wahl haben, ob sie mit uns Handel treiben wollen oder mit Nordkorea", so Trump.

Auch die Schifffahrt und das gesamte Handelsnetz Nordkoreas sollen getroffen werden. Chinas Zentralbank habe die Geschäftsbanken angewiesen, das Geschäft mit Nordkorea einzustellen, sagte Trump. Mit den Maßnahmen sollen die Geldflüsse abgeschnitten werden, die die Finanzierung des Atomprogramms ermöglichen.

Trump will nun mit Japan und Südkorea über weitere Maßnahmen diskutieren. Auf die Frage, ob ein Dialog mit Nordkorea noch möglich sei, sagte Trump "Warum nicht?"

Südkoreas Präsident Moon Jae In betonte unterdessen, es gehe seinem Land nicht um einen Kollaps des Nachbarstaates. Südkorea strebe auch keine Wiedervereinigung mit dem kommunistisch regierten Staat durch "künstliche Mittel" oder durch "Verschlucken" an. Seoul und die Weltgemeinschaft unternähmen alles nur mögliche, um den Atomkonflikt mit Pjöngjang friedlich beizulegen.

Der Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm schaukelt sich seit Monaten hoch. Das isolierte Regime testete in diesem Jahr bereits mehrere Raketen. Am 3. September zündete es nach eigenen Angaben eine Wasserstoffbombe, mit der Interkontinentalraketen bestückt werden sollen.

Moon sagte zu Beginn eines Treffens mit Trump in New York, die USA hätten strikt und sehr gut auf die "kläglichen Provokationen" aus Nordkorea reagiert. Er dankte Trump für dessen klare Worte in Richtung Pjöngjang. "Sie haben eine sehr starke Rede gehalten", sagte Moon und gab der Hoffnung Ausdruck, dass dies einen Wandel in Nordkorea auslöse. Trump lobte die exzellente Zusammenarbeit der Militärs der USA und Südkoreas.

Trump hatte Pjöngjang am Mittwoch in seiner Rede vor der Generalversammlung am Dienstag mit völliger Zerstörung gedroht und dessen Staatschef Kim Jong Un als "Raketenmann auf einer Selbstmordmission" bezeichnet. Nordkoreas Außenminister Ri Yong Ho, der am Freitag vor dem UNO-Plenum sprechen will, bezeichnete Trumps Rede als "Hundegebell" und sagte, Trumps Berater täten ihm leid. "Wenn er wirklich dachte, er könne uns mit dem Geräusch von Hundegebell Angst einjagen, ist das der Traum eines Hundes", sagte Ri laut CNN. Die Wendung "Traum eines Hundes" bedeutet auf Koreanisch etwas Absurdes, das wenig Sinn ergibt.

Pjöngjang setzte seine Tests und sein Atomprogramm, das weltweit als ernste Bedrohung angesehen wird, bisher trotz aller Warnungen fort. Erst am Montag vergangener Woche hatte der UNO-Sicherheitsrat die Sanktionen gegen Nordkorea wegen dessen Atomtests vom 3. September erweitert. Diese umfassen jetzt auch eine Deckelung der Öllieferungen an das Land und ein Verbot von Textilexporten.

Nach dem Beschluss schoss Nordkorea am Freitag erneut eine Rakete über den Norden Japans hinweg in den Pazifik. Das Land erklärte zudem, trotz der verschärften Sanktionen nicht von seinem Atomprogramm abrücken zu wollen.