Gestaltung neuer Orgel für Linzer Wahrzeichen. Spätestens Anfang 2023 soll die neue Orgel für das Linzer Wahrzeichen, die Pöstlingbergkirche, fertig sein. Die Freiburger Orgelbaustätte Späth zimmert das Instrument, für die künstlerische Gestaltung gewann die Diözese überraschend die in Linz geborene und aus der Kirche ausgetretene Medien-und Performancekünstlerin VALIE EXPORT. Am Dienstag wurde das Projekt präsentiert.

Von APA / NÖN.at. Erstellt am 02. März 2021 (12:11)
Die Pöstlingberg-Kirche bekommt eine neue Orgel
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VALIE EXPORT, die vergangenes Jahr ihren 80. Geburtstag feierte, meinte in einem APA-Geburtstagsinterview, sie habe lange überlegt, ob sie ein Konzept für die Orgel entwerfen solle. Letztendlich habe sie sich deshalb dafür entschieden, weil sie als Kind den Pöstlingberg und die Basilika so gerne gehabt habe: "Die Erinnerung daran hat mich verführt dazu. Den Orgelpfeifen eine Umgebung zu geben, ist eine spannende Aufgabe."

Wie diese Umgebung aussehen wird, zeigen erst Pläne. Als Teil der Gestaltung wählte sie den Schriftzug "Wer begreift hat Flügel". Mit diesem Satz knüpfe sie "sowohl an die Verstandes- wie auch die Glaubensebene" an, hieß es in Presseunterlagen. So erinnern auch die Schleierbretter - sie verdecken den Leerraum zwischen den Orgelpfeifen und dem Gehäuserahmen der Orgel - an Flügel. "Der Kirchenraum und das Instrument werden somit zu einem Ort, die uns mit unserem Denken und unseren Gedanken beheimaten, aber gleichzeitig auch darüber erheben", wurde VALIE EXPORT, die coronabedingt nicht persönlich zur Präsentation auf den Pöstlingberg kam, zitiert.

Die alte Orgel aus dem Jahr 1943 war nicht mehr bespielbar, ein preisgünstiges digitales Instrument für das spätbarocke Linzer Wahrzeichen, die zweitgrößte Wallfahrtskirche Österreichs, unpassend, meinte Orgel- und Glockenreferent der Diözese Linz Siegfried Adlberger. So wurde die Orgelbauwerkstätte Späth mit einer adäquaten Orgel beauftragt. Bis auf ein Gebläse und die Beleuchtung am Spieltisch werde auch die neue rein mechanisch zu betätigen sein. "Es handelt sich um ein Instrument mit drei Manualen und Pedal, das in seiner Grunddisposition barock ausgerichtet ist. Ein kleines Schwellwerk erweitert die musikalischen Möglichkeiten in Richtung Romantik und dient einer optimierten Chorbegleitung", führte Tilmann Späth aus.

Die nötigen 700.000 Euro für die Neuanschaffung will die Pfarre mit Unterstützung von Diözese, Stadt, Land und Spendenaktionen aufbringen. Bisher wurden 430.000 Euro gesammelt. Auch Benefizkonzerte wie etwa am 12. Oktober mit den Florianer Sängerknaben sind geplant.