Guaido will Druck auf Maduro mit Generalstreik erhöhen. Nach der gescheiterten Militär-Revolte in Venezuela will Oppositionsführer Juan Guaidó mit einem Generalstreik den Druck auf Staatschef Nicolás Maduro erhöhen.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 02. Mai 2019 (13:19)
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Guaido versuch die Massen und das Militär hinter sich zu bringen

Ab Donnerstag solle mit abgestuften Arbeitsniederlegungen begonnen werden, kündigte der selbsternannte Übergangspräsident an. Bei erneuten Protesten in Caracas wurden zwei Menschen getötet Dutzende weitere Menschen verletzt.

Bei einer Kundgebung zum 1. Mai beschwor Guaidó am Mittwoch (Ortszeit) seine Anhänger, "auf den Straßen zu bleiben, bis wir Freiheit für das venezolanische Volk erreichen". Am Tag der Arbeit gebe es "nichts zu Feiern für Arbeiter", sagte er angesichts von Hyperinflation und Lebensmittelknappheit in Venezuela.

Der Oppositionsführer hatte schon am Dienstag die "Operation Freiheit" zur Beendigung der Regierung Maduros ausgerufen. Zwar gingen zahlreiche seiner Anhänger auf die Straße, eine Rebellion einiger Soldaten zur Unterstützung des Oppositionsführers scheiterte aber.

Bei erneuten Anti-Maduro-Protesten in Caracas wurde am Mittwoch nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Venezolanische Beobachtungsstelle für soziale Konflikte eine Frau erschossen. Die 27-Jährige sei durch eine Kugel am Kopf getroffen worden. Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften wurden nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen und Gesundheitsdiensten zudem 46 Menschen verletzt. Die Nationalgarde setzte Tränengas gegen die Demonstranten ein. Guaidó berichtete unter Berufung auf Angaben der Beobachtungsstelle für soziale Konflikte (OVCS) von einem zweiten Toten im Bundesstaat Aragua.

Maduro versammelte unterdessen tausende Unterstützter nahe des Präsidentenpalastes Miraflores. Er drohte den Soldaten, die sich am Dienstag gegen ihn gestellten hatten, dabei harte Konsequenzen an. Er werde nicht zögern, verurteilte Anführer des "kriminellen Putsches" hinter Gitter zu bringen, sagte der Linksnationalist.

Guaidó und Maduro liefern sich schon seit Monaten einen erbitterten Machtkampf in dem südamerikanischen Krisenstaat. Rund 50 Staaten, unter ihnen die USA und zahlreiche EU-Staaten - darunter Österreich - haben Guaidó als Übergangspräsidenten anerkannt. Maduro kann auf die Unterstützung von Staaten wie Russland, China und Kuba zählen - und offenbar weitestgehend auf den Rückhalt der venezolanischen Armee, die ein wichtiger Machtfaktor ist.

US-Außenminister Mike Pompeo und sein russischer Kollege Sergej Lawrow beschuldigten während eines Telefonats am Mittwoch die jeweils andere Regierung, sich in unzulässiger Weise in die Venezuela-Krise einzumischen. Pompeo warf der russischen Regierung vor, das südamerikanische Land zu "destabilisieren". Lawrow wiederum beschuldigte Washington einer "zerstörerischen Einflussnahme" in Venezuela und des Bruchs von internationalem Recht.