Aus für Weiterbau der S37 zwischen Kärnten und Steiermark

Das Klimaschutzministerium hat den geplanten Weiterbau der Schnellstraße S37 von Sankt Veit an der Glan Nord in Kärnten nach Scheifling in der Steiermark gestoppt. Dies teilte das Ministerium am Donnerstag in einer Aussendung mit.

Aktualisiert am 25. November 2021 | 17:37
Autobahn-Ende für die S37 zwischen Kärnten und der Steiermark
Autobahn-Ende für die S37 zwischen Kärnten und der Steiermark
Foto: APA/THEMENBILD

Seit die Planungen dafür vor 15 Jahren aufgenommen wurden, habe sich die Verkehrsentwicklung verändert, Klimakrise und Bodenverbrauch verschärft. Nicht betroffen sind Sicherheitsmaßnahmen auf der schon bestehenden S37 von Klagenfurt nach Sankt Veit.

Nach einer sorgfältigen Evaluierung des Asfinag Bauprojekts haben man sich entschlossen, die rund 50 Kilometer lange Strecke zwischen Sankt Veit Nord und Scheifling, zurzeit die B317, nicht zur S37 auszubauen. Insbesondere, da man davon ausgeht, dies würde weniger den Anrainerinnen und Anrainern zugute kommen, als eine neue Transitroute bilden.

"Kärnten und die Steiermark brauchen keine neuen Transitrouten, die die Menschen durch schlechte Luft und Lärm belasten. Es ist nicht vernünftig mit Milliarden an Kosten unsere wertvollsten Böden zuzubetonieren und das Klima zu schädigen", betonte Ministerin Leonore Gewessler (Grüne). Man prüfe nun gemeinsam mit den beiden Bundesländern Alternativen, um die Menschen vor Ort zu entlasten.

Nicht davon betroffen sind die geplanten Sicherheitsausbauten am bereits bestehenden Teil der S37. Diese sollen möglichst rasch durchgeführt werden. Insbesondere die Baumaßnahmen zwischen Sankt Veit und Maria Saal.

Der Kärntner Straßenbaureferent Martin Gruber (ÖVP) begrüßte zwar den Sicherheitsausbau in einer Aussendung. Überhaupt kein Verständnis zeigte er jedoch für den Stopp des Ausbaus der B317: "Es wurde von der Ministerin kein fachliches Argument dafür genannt. Hier wird Parteipolitik vor Verkehrssicherheit gestellt." Er kündigte zudem Widerstand an, hier sei das letzte Wort noch nicht gesprochen. Er werde für eine Wiederaufnahme der Planungen kämpfen. "Ich werde nicht akzeptieren, dass die Interessen der Pendler, der Anrainer, der Wirtschaft und der gesamten Region Mittelkärnten einfach ignoriert werden."

In der Steiermark war das letzte Teilstück der S36, der Murtal Schnellstraße, von der Evaluierung betroffen. Beim Lückenschluss zwischen Judenburg und St. Georgen kam man zu dem Schluss, dass dieser für die letzten zwölf Kilometer der Schnellstraße weiterverfolgt wird, um die Bewohner in den Ortskernen vom Verkehr zu entlasten. Es werden aber zusätzliche Maßnahmen getroffen: So sollen statt eines Pannenstreifens nur Pannenbuchten kommen, um eine deutliche Verringerung des Bodenverbrauchs zu erzielen. Im Bereich Wöll, St. Peter ob Judenburg und Rothenthurm werden zudem Unterflurtrassen errichtet. Für die Umwelt sollen zusätzliche Maßnahmen getroffen werden.

Das vormals geplante Verbindungsstück der S36 mit der S37 zwischen Unzmarkt und Scheifling wird aufgrund der Entscheidung zur S37 nicht umgesetzt. Es würde nämlich ausschließlich der Verbindung von S36 und S37 dienen und wird aufgrund der Nichtweiterverfolgung der S37 nicht errichtet. Ein Aus gibt es auch für den ins Auge gefassten dritten Fahrstreifen auf der Pyhrnautobahn (A9) bei Wildon. Der Grund dafür ist die Eindämmung des Bodenverbrauchs. "Hier bedarf es jedenfalls einer umfassenden Prüfung der Verkehrsentwicklung nach dem bereits eingeleiteten Ausbau der Öffi-Alternativen", hieß es in der Aussendung.