Corona-Maßnahmen: Mehr als 650 Anzeigen wegen Verstößen. Seit Montag gibt es in Österreich strenge Ausgangsbeschränkungen, um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus einzudämmen. Bei Verstößen drohen Verwaltungsstrafen bis zu 3.600 Euro. Bis Donnerstagnachmittag wurden über 650 Anzeigen erstattet, berichtete der "Kurier" in seiner Online-Ausgabe.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 19. März 2020 (18:12)
Mancherorts musste die Polizei einschreiten
APA (ZEITUNGSFOTO.AT/LIEBL)

323 Verstöße wurden alleine in Wien bis Donnerstag, 16.00 Uhr angezeigt. Dazu gehören beispielsweise Versammlungen von mehr als fünf Personen, das ungerechtfertigte Benützen von Massenbeförderungsmitteln, das Betreten eines Kundenbereichs bzw. einer Betriebsstätte oder das Betreiben von Lokalen, was längst untersagt wurde, erläuterte Paul Eidenberger, Pressesprecher der Wiener Polizei. Geregelt sind all diese Maßnahmen im Covid-19-Maßnahmengesetz.

In Wien macht die Exekutive beispielsweise Lautsprecherdurchsagen. "Das Betreten öffentlicher Orte ist grundsätzlich verboten. Eine Ausnahme ist, wenn Sie alleine oder mit Personen, die im gemeinsamen Haushalt leben, unterwegs sind. Zu anderen Personen ist dabei ein Abstand von mindestens einem Meter einzuhalten. Ausgedehnte Familienausflüge, Picknicks, Radtouren etc. behindern allerdings die behördlichen Versuche, Covid-19 wirksam einzudämmen. Herumstehen und -sitzen in Gruppen ist nicht gestattet. Wir ersuchen Sie, sich zu entfernen. Sollten Sie dieser Aufforderung nicht nachkommen werden Sie zur Anzeige gebracht", ist in diesen Durchsagen zu hören.

Das schöne Wetter lockte trotz Beschränkungen auch am Donnerstag wieder zahlreiche Wiener ins Freie. Als besonderer Hotspot zeigte sich die Donauinsel. Auch dort machte die Polizei Durchsagen. "Das Problem ist, dass die meisten Leute zwar rechtskonform handeln, aber sich dadurch erst recht wieder eine Masse an Leuten ergibt und so die Ansteckungsgefahr in die Höhe getrieben wird", sagte Eidenberger. "Dass man draußen spazieren gehen darf, heißt nicht automatisch, dass jeder auf die Donauinsel oder in den Prater fahren soll", betonte der Polizeisprecher.

Neben den Durchsagen führt die Polizei "im Anlassfall das persönliche Gespräch, natürlich mit Sicherheitsabstand", sagte Eidenberger. "Die Information der Bevölkerung soll weiterhin im Vordergrund stehen".