Erstellt am 10. Januar 2017, 10:53

von APA Red

Österreichweite Stallpflicht in Kraft. Novelle der Geflügelpest-Verordnung definiert gesamtes Bundesgebiet als "Gebiet mit erhöhtem Geflügelpest-Risiko"

Alles Geflügel muss in den Stall  |  APA (dpa)

Die Ausweitung der Vorsorgemaßnahmen, die in Österreich bisher nur um betroffene Regionen galten, sind das Resultat einer Besprechung mit den Vertretern aller Bundesländer, der Geflügelwirtschaft, des Landwirtschaftsministeriums, der Landwirtschaftskammer sowie der Österreichischen Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) und der Veterinärmedizinischen Universität. Auf Basis der Analyse der aktuellen epidemiologischen Situation wurde die Geflügelpest-Verordnung dementsprechend geändert.

Text-Foto: Auslaufhaltung wird eingeschränkt!
 
 |  © Pleier

Neben der Stallpflicht, also der Unterbringung von Geflügel in geschlossenen Haltungseinrichtungen, die zumindest nach obenhin abgedeckt sind, gelten weitere Maßnahmen. So darf die Tränkung der Tiere nicht mit Wasser aus Sammelbecken für Oberflächenwasser erfolgen. Die Reinigung und Desinfektion von Beförderungsmitteln, Ladeplätzen und Gerätschaften muss besonders sorgfältig erfolgen. Bei Verdachtsmomenten ist sofort ein Tierarzt bzw. die Behörde zu verständigen.

In den vergangenen Monaten wurden in Europa insgesamt 398 Fälle bei Hausgeflügel und 351 Fälle bei Wildgeflügel behördlich festgestellt. Inzwischen sind fast alle EU-Mitgliedsstaaten von dem erstmals 2014 nachgewiesenen Virustyp betroffen.

Am Nationalen Referenzlabor für Aviäre Influenza am Institut für veterinärmedizinische Untersuchungen der AGES in Mödling wurden bisher 749 Proben von Wildvögeln und Hausgeflügel auf das A(H5N8)-Virus untersucht: Bei 29 Wildvögeln (Brachvogel, Graureiher, Lachmöwe, Mäusebussard, Möwe, Reiherente, Schwan, Silbermöwe, Sturmmöwe, Tafelente, Waldwasserläufer, Haubentaucher; 23 Wildvögel im Bodenseegebiet, zwei in Salzburg, vier in Oberösterreich) bzw. in einem Putenbetrieb in Vorarlberg wurde das Virus nachgewiesen. Bisher sind weltweit keine Erkrankungsfälle von Menschen durch A(H5N8)-Viren bekannt.