Tirol möchte mehr mRNA-Impfstoffe. Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) schließt eine Bevorzugung Tirols bei den Corona-Impfungen aufgrund der gehäuften Südafrika-Mutation im Land aus. Der Wunsch Tirols nach mehr mRNA-Impfstoffen, die besser gegen diese Variante wirken sollen, sei "aus der Emotion heraus verständlich, aber ausgeschlossen", ließ Hacker auf APA-Anfrage ausrichten. "Jedes Bundesland wünscht sich mehr Impfstoff, aber wir haben fixe Impfkontingente."

Von APA / NÖN.at. Update am 11. Februar 2021 (15:35)
Tirol kämpft mit Corona-Mutanten
APA

Tirol hat seinen Wunsch nach einer Bevorzugung bereits beim Gesundheitsministerium und beim Bundeskanzleramt deponiert. "Da laut derzeitigem Wissensstand nicht gesichert ist, wie wirksam der Impfstoff von AstraZeneca bei der südafrikanischen Virusmutation ist, haben wir beim Gesundheitsministerium und beim Bundeskanzleramt gestern den dringenden Wunsch auf zusätzliche Lieferungen von mRNA-Impfstoffen von BioNTech/Pfizer und Moderna eingemeldet", bestätigte Landesamtsdirektor Herbert Forster in Zeitungsberichten. Wenn wegen der südafrikanischen Virusmutation eine besondere Sachlage in Tirol gegeben sei, dann rechtfertige dies auch eine Sondertranche dieser Impfstoffe, so Forster weiter. Auch medizinische Fachexperten wie Tirols Ärztekammerpräsident Artur Wechselberger würden diese Forderung unterstützen.

Eine Absage an diese Forderung erteilte auch das Burgenland. Albrecht Prieler, Impfreferent der burgenländischen Ärztekammer und Mitglied im Nationalen Impfgremium, erklärte am Rande einer Pressekonferenz am Donnerstag diese Überlegung für "unethisch". Älteren Personen in anderen Landesteilen könne man nicht erklären, dass sie nicht geimpft werden, weil in Tirol mehr Impfstoff angefordert werde.

Ein deutliches Nein kommt auch aus Oberösterreich zu Tirols Begehren. LH-Stellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP), für Gesundheitsagenden zuständig, meinte zur APA: "Eine Veränderung des Verteilungsschlüssels steht für uns nicht zur Debatte." Sie verwies darauf, dass Impfstoff "ein knappes Gut" sei und nach dem Bevölkerungsschlüssel verteilt werde. "Tausende Menschen verlassen sich auf die Zusagen laut Impfplan des Bundes", richtete sie ihren Parteikollegen in Tirol aus.