Drei Monate bedingt wegen Amoklaufdrohung gegen Schule. Ein inzwischen 18-Jähriger, der am Tag der Mathematik-Matura Ende Mai auf Social Media einen Amoklauf in einem Welser Gymnasium angekündigt haben soll, ist am Mittwoch in Wels zu drei Monaten bedingter Haft verurteilt worden. Zudem muss er sich in psychologische Behandlung begeben.

Von APA / NÖN.at. Erstellt am 23. Dezember 2020 (16:58)
Der Angeklagte wurde neben seiner Strafe bereits der Schule verwiesen
APA (Symbolbild)

Der Teenager hatte sich wegen gefährlicher Drohung vor dem Landesgericht verantworten müssen. Das Urteil in dem Prozess, der unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand, ist nicht rechtskräftig.

Der Bursch soll ein Video mit einem Ausschnitt aus einem Ego-Shooter-Computerspiel gepostet haben, in dem jemand mit gezogener Waffe auf das Gymnasium zugeht. Hinterlegt war die Sequenz mit Teilen des Songs "Pumped Up Kicks", in dem es um ein School-Shooting geht. Zudem soll in einem weiteren Posting angekündigt worden sein, dass in der Schule eine Straftat geschehen werde.

Nachdem Eltern von Schülern Anzeige erstattet hatten, rückten mehrere Polizeieinheiten zum Gymnasium aus und durchsuchten das Gebäude. Gefunden wurde nichts, die Matura fand wie geplant statt. Tags drauf wurde der mutmaßliche Verfasser der Postings ausgeforscht. Er will nur "Satire" veröffentlicht haben. Der Bursch wurde mittlerweile von der Schule ausgeschlossen.

Das Gericht erteilte zusätzlich zu der Haftstrafe dem Angeklagten auch noch die Weisung, sich in psychologische Behandlung zu begeben, solange dies aus fachärztlicher Sicht notwendig ist. Er sowie die Staatsanwaltschaft nahmen sich Bedenkzeit.