Flock raste in St. Moritz zu EM-Silber im Skeleton

Knapp drei Wochen vor Beginn der Winterspiele in Peking hat Janine Flock ihr Medaillen-Abo bei Skeleton-Europameisterschaften verlängert. Die Tirolerin gewann bei den im Rahmen des Weltcupfinales ausgetragenen Titelkämpfen in St. Moritz am Freitag Silber. Für die 32-Jährige war es die zehnte EM-Medaille in Folge. Der Titel ging an Kimberley Bos aus den Niederlanden, die sich auch den Gesamtweltcup sicherte. Österreichs Skeleton-Männer gingen leer aus.

Aktualisiert am 14. Januar 2022 | 17:14
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Flock bleibt bei EM Dauergast am Podest
Flock bleibt bei EM Dauergast am Podest
Foto: APA/AFP

Flock beendete den Weltcup-Bewerb auf der Naturbahn von St. Moritz als Vierte und schob sich in der Endwertung noch um zwei Plätze auf den zweiten Rang hinter Bos vor. EM-Bronze holte die fünftplatzierte Italienerin Valentina Margaglio. Der Sieg im Weltcup ging überraschend an die Australierin Jaclyn Narracott.

"Zehn Medaillen in Folge, mein dritter Vize-Europameistertitel, das war harte Arbeit", war Flock nach den nicht zufriedenstellenden Trainingsleistungen erleichtert. Sie sei mit ihrem Team "volles Risiko" gegangen. So wurde eine neue Kufe erstmals in einem Rennen eingesetzt. Trainer-Freund Matthias Guggenberger war ebenfalls zufrieden: "Das ist genau der Formaufbau, den wir uns Richtung Olympischer Spiele in Peking gewünscht haben. Dort wartet jetzt das große Ziel", richtete er schon den Blick nach China.

Auf einer ihrer Lieblingsbahnen legte Flock in ersten Durchgang die drittschnellste Zeit hin. In der Entscheidung hatte die dreifache Europameisterin - 2016 holte Flock in St. Moritz Gold - leichte Probleme nach dem Start. Im Finish blieb sie dank des Top-Speeds von 137,8 km/h aber noch vor Margaglio und hatte Silber damit sicher. Die ehemalige Bobfahrerin Bos (28) blieb nach ihr souverän, Narracott brachte die Halbzeitführung ins Ziel.

Für Flock gilt es nun, sich auf China einzustimmen. Auf der Olympia-Bahn in Yanqing klassierte sie sich beim Testevent Ende Oktober des Vorjahres nur als 17. Überzeugen konnten die deutschen Fahrerinnen, die bei der EM leer ausgingen. Auch Titelverteidigerin Jelena Nikitina lag im Feld der Geschlagenen, mit der Russin dürfte bei Olympia aber ebenfalls wieder zu rechnen sein. Die Spiele starten am 4. Februar.

Nicht so erfolgreich lief es bei den Männern. Alexander Schlintner schaffte immerhin einen Achtungserfolg als EM-Elfter bzw. Weltcup-Zwölfter, seine beste Platzierung im Weltcup. Samuel Maier, der nach Lauf eins auf Rang drei und somit auf Medaillenkurs gelegen war, verpatzte den zweiten Durchgang und fiel auf EM-Platz zwölf bzw. Weltcup-Rang 15 zurück. "Ich habe heute gesehen, was möglich ist. Mit meinen 22 Jahren darf so ein Fehler schon einmal passieren. Aber im Moment bin ich natürlich richtig frustriert und verärgert", sagte Maier im Ziel über seine Probleme mit der Schlüsselstelle Horse-Shoe auf der Bahn in St. Moritz.

Der Lette Martins Dukurs krönte sich mit dem Sieg in der Schweiz zum zwölften Mal zum Europameister und holte sich seinen elften Gesamtweltcupsieg. EM-Silber und -Bronze gingen an die Deutschen Alexander Gassner und Christopher Grotheer.