Bachmann-Preis: Hannes Stein eröffnet den Lesereigen

Erstellt am 22. Juni 2022 | 19:35
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Elias Hirschl liest als Letzter
Elias Hirschl liest als Letzter
Foto: APA/FLORIAN WIESER
Hannes Stein eröffnet morgen, Donnerstag, um 10 Uhr Vormittag das Wettlesen um den Bachmann-Preis. Das ergab heute Abend die Auslosung der Lesereihenfolge, die im Rahmen der Eröffnung der 46. Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt vorgenommen wurde. Nach zwei Jahren der Video-Präsenz finden die Lesungen wieder vor Ort statt - erstmals allerdings auf einer eigens aufgebauten Lesebühne im Garten, während die Jury wie bisher im ORF-Theater Platz nimmt.
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Am ersten Lesevormittag folgen Eva Sichelschmidt (11 Uhr) und Leon Engler (12 Uhr), bevor Alexandru Bulucz (13.30 Uhr) sowie Andreas Moster (14.30 Uhr) schließlich den Nachmittag bestreiten. Am Freitag eröffnet Ana Marwan um 10 Uhr, gefolgt von Behzad Karim-Khani um 11 Uhr sowie Usama Al Shahmani um 12 Uhr. Barbara Zeman startet um 13.30 Uhr in die Nachmittagssession, die um 14.30 Uhr Mara Genschel abschließt.

Am Samstag komplettieren gemäß der von Justiziar Andreas Sourij überwachten Auslosung schließlich Leona Stahlmann (10 Uhr), Clemens Bruno Gatzmaga (11 Uhr) und Juan S. Guse (12.30 Uhr) das Feld der 14 Lesenden, das um 13.30 Uhr von Elias Hirschl abgeschlossen wird.

Musikalisch umrahmt wurde die von Cecile Schortmann und Christian Ankowitsch moderierte Eröffnung von Michael Kahr und dem GMPU JAZZ All Stars Ensemble der Gustav-Mahler-Privatuniversität für Musik. "Die Pandemie hat uns in den vergangenen zwei Jahren Spezialausgaben abverlangt", sagte ORF-Landesdirektorin Karin Bernhard und freute sich sehr, heuer alle wieder persönlich vor Ort begrüßen zu dürfen. Der Klagenfurter Bürgermeister Christian Scheider (Team Kärnten) zeigte sich stolz auf den Bachmann-Preis und verwies auf den morgigen Empfang in Maria Loretto, "für manche der schönste Platz Kärntens".

Der Bachmann-Preis gehöre quasi von Natur aus zum 3-Länder-Sender 3sat, sagte Markus Dillmann, CvD der 3sat-Koordination, und betonte, dass die sonntägige Preisverleihung auf 75 Minuten verlängert wurde. Landeshauptmann und Kulturreferent Peter Kaiser (SPÖ) erinnerte daran, dass Krieg in Europa herrsche und "wir leben trotzdem weiter, als wäre er nicht da". Dies sei eine besondere Herausforderung auch an die Autorinnen und Autoren, unter denen sich viele befänden, die mit mehreren Sprachen und Kulturen aufgewachsen seien - "etwas, was auch für unser Bundesland Kärnten bereichernd ist und endlich als bereichernd erkannt wurde". Kaiser stellte für die absehbare Zukunft einen neuen literarischen Nachwuchs-Preis in Aussicht. Juryvorsitzende Insa Wilke meinte in ihren Eröffnungsworten zu den 46. Tagen der deutschsprachigen Literatur, dass es ihr heuer besonders bewusst sei, dass "wir alle aus sehr unterschiedlichen Lebenssituationen kommen - schlimm und schön".

Am Sonntag werden von der Jury nach einem neuen Modus die Preise unter den neun Autoren und fünf Autorinnen vergeben. Neben dem Bachmann-Preis (25.000 Euro) ist dies der Deutschlandfunk-Preis (12.500 Euro), der Kelag-Preis (10.000 Euro), der 3sat-Preis (7.500 Euro) sowie der BKS Bank-Publikumspreis (7.000 Euro plus Stadtschreiberstipendium). Die Jurymitglieder geben nach den Lesungen und Diskussionen eine geheime Punktewertung ab. Der Justiziar addiert daraufhin die Ergebnisse und erstellt daraus die Preisträgerliste. Nur für den Fall, dass es bei einem Preis Punktegleichstand geben sollte, stimmt die Jury wie bisher öffentlich ab.

Im Vorjahr gewann die in Teheran geborene, in Köln aufgewachsene und in Graz lebende Nava Ebrahimi den Ingeborg-Bachmann-Preis.