Beziehungsstreit endete für Frau tödlich. Ein bereits wegen eines Gewaltübergriffs auf seine Lebensgefährtin gesuchter Mann soll Dienstagfrüh in Wien-Favoriten die Frau getötet haben. Das Paar geriet Montagabend in Streit. Nachdem es vonseiten des 29-Jährigen zu Handgreiflichkeiten gegen seine Freundin gekommen ist, rief sie die Polizei. Wenige Stunden später soll der Mann die 28-Jährigen in ihrer Wohnung mit Messerstichen getötet haben, berichtete die Polizei.

Von APA / NÖN.at. Update am 23. Februar 2021 (15:33)
29-Jähriger in Haft
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Laut Polizeisprecher Christopher Vernhjak rückten die Beamten kurz vor Mitternacht in die Wohnung in einer Seitengasse der Triester Straße aus. Zu dem Zeitpunkt öffnete die 28-Jährige den Einsatzkräften leicht verletzt die Tür. Die junge Polin gab an, es hätte Streit mit ihrem Lebensgefährten, einem 29-jährigen österreichischen Staatsbürger gegeben. Der alkoholisierte Mann habe sie geschlagen und zu Boden gestoßen, dabei habe sie die Blessuren davongetragen. Die Rettung versorgte das Opfer und brachte es in ein Krankenhaus.

Die Polizei machte sich auf die Suche nach dem Mann, der das Appartement verlassen hatte. Ihm gegenüber sollte ein Betretungs- und Annäherungsverbot ausgesprochen werden. Er ist bereits wegen Gewaltdelikten amtsbekannt. Eine Fahndung in der Umgebung blieb allerdings ohne Erfolg, auch an seiner Wohnadresse in Meidling wurde der 29-Jährige nicht angetroffen.

Gegen 5.30 Uhr läutete der 29-Jährige dann bei einem Verwandten der Frau an, der im selben Haus wohnte wie die 28-Jährige. Er sagte ihm, er habe seine Freundin erstochen. Der Verwandte rief daraufhin die Exekutive. Der Mann ließ sich widerstandslos in der Wohnung festnehmen. Das Tatmesser wurde sichergestellt.

Was sich in den Stunden zwischen den Schlägen und den Messerstichen abgespielt hat, ist nun Gegenstand von Ermittlungen. Die Kriminalisten waren den ganzen Tag über mit der Spurensicherung beschäftigt. Am Dienstagnachmittag wollen dann Beamte des Landeskriminalamtes mit der Einvernahme des Tatverdächtigen beginnen.

Unklar war beispielsweise, ob die 28-Jährige noch in der Nacht aus dem Krankenhaus entlassen worden war oder ob sie das Spital auf eigenen Wunsch verlassen hatte. Die Frage ist auch, wo sich in den fünfeinhalb Stunden der 29-Jährige aufhielt und wie er wieder in die Wohnung in Favoriten kam. Vor allem aber waren die Ermittler am Motiv interessiert. Offen war auch noch, wie Verdächtiger und Opfer genau zueinanderstanden und ob es schon im Vorfeld zu tätlichen Übergriffen gekommen ist.