Erstellt am 09. Januar 2017, 13:33

von APA Red

Gangbetten - Gesundheitsstadträtin lässt prüfen. Dass Patienten in den Spitälern des Krankenanstaltenverbundes (KAV) am Gang untergebracht werden, hat zuletzt wieder für Kritik gesorgt.

Spitalsambulanzen müssen entlastet werden, so Wehsely  |  APA (Archiv)

Die Wiener Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) lässt nun die Situation überprüfen, wie sie am Montag in einer Aussendung mitteilte. Gleichzeitig ortete sie "politische Kampagnen", die auf den Rücken der Mitarbeiter ausgetragen würden.

Die Grippewelle sei heuer ungewöhnlich früh und heftig eingetreten, betonte Wehsely: "In allen Bereichen werden absolute Spitzenleistungen erzielt, die diese angespannte Situation mit Professionalität bewältigen." Dass Mitarbeiter nun "angepatzt" würden, dagegen wehre sie sich mit Nachdruck. Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass die angespannte Situation "nicht zu verleugnen" und eine Überprüfung der jeweiligen Abläufe bereits angeordnet worden sei: "Das Bettenmanagement wird in den einzelnen Häusern vorgenommen. Ich habe die Generaldirektion bereits veranlasst, hier die Berichte aus jedem Haus anzufordern, die sorgfältig geprüft werden."

"Warum die entwickelten Prozedere in einzelnen Bereichen besser und in anderen schlechter funktionieren, wird analysiert und bereinigt", versprach Wehsely. Klar sei jedoch auch, dass die Spitalsambulanzen entlastet werden müssten - und dies nur mit einer besseren Einbindung des niedergelassenen Bereichs funktionieren werde.

"Gangbetten sind ein unerträglicher Zustand und es werden vielfältige Maßnahmen gesetzt, diesen zu beenden", beteuerte die Ressortchefin. Möglich seien etwa das Öffnen und interdisziplinäre Besetzen von Abteilungen oder das Rückholen von Mitarbeiter aus dem Urlaub.

Die jüngsten Vorwürfe werden auch von der Volksanwaltschaft unter die Lupe genommen. Sie hat am Sonntag angekündigt, Anzahl und Belegsdauer von Gangbetten zu untersuchen.