Gegnerischen Autofahrer niedergeschossen: Prozess. Aus nichtigem Anlass hat am 15. August 2018 ein Autofahrer in Wien-Favoriten zu einer Faustfeuerwaffe gegriffen und einen gegnerischen Pkw-Lenker niedergeschossen.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 09. April 2019 (13:50)
APA (Symbolbild)
Der 21-jährige Mann muss sich wegen versuchten Mordes verantworten

Am Dienstag musste sich der 21 Jahre alte Mann, der zu diesem Zeitpunkt als Security-Kraft beschäftigt war, wegen versuchten Mordes am Landesgericht verantworten.

Der groß gewachsene, durchtrainiert wirkende Mann, der in seiner Freizeit Kampfsport betreibt, war mit dem Auto seiner Großmutter unterwegs, nachdem er in deren Wohnung die Blumen gegossen hatte. Danach hatte er sich mit einem Bekannten auf ein Eis getroffen. Als er diesen heimbringen wollte, bemerkte er, dass er dem ihm folgenden Fahrzeug offenbar zu langsam unterwegs war. Dessen Lenker hupte ihn mehrfach an, fuhr wiederholt knapp auf, ließ auch die Lichthupe aufleuchten.

An der Kreuzung Leibnizgasse-Davidgasse eskalierte die Situation, als die beiden Fahrzeuge bei Rotlicht Spur an Spur nebeneinander zu stehen kamen. Beide Lenker stiegen - jeweils auf das Gegenüber verärgert - aus, wobei der 21-Jährige plötzlich eine Pistole zog und feuerte.

Wie später ermittelt wurde, gab der gebürtige Serbe insgesamt elf Schüsse ab. Der erste traf seinen Kontrahenten - einen 27 Jahre alten Tschetschenen - am linken Unterschenkel, der zweite am linken Oberschenkel. Nach zwei weiteren Treffern unter der rechten Achsel und am linken Oberarm wandte sich der 27-Jährige um und wollte sich in sein Auto retten, worauf er einen weiteren Treffer ins Gesäß kassierte.

Dieser Schuss bewirkte eine lebensgefährliche Verletzung, da das Projektil den Darm beschädigte. Der Angeschossene, der dank eines Augenzeugen, der noch während der Schießerei die Rettung verständigte, rasch in ein Spital kam, wurde intensivmedizinisch behandelt. Insgesamt wurde der Schwerverletzte drei Wochen stationär betreut, davon eine Woche auf der Intensivstation.

Der Angeklagte hatte die Waffe auch auf den Beifahrer des 27-Jährigen gerichtet, der ebenfalls ausgestiegen war. Dieser konnte sich rechtzeitig hinter dem Pkw in Deckung bringen, so dass die Kugeln nur Lackschäden zur Folge hatten.