Regenbogenparade heuer als zweiwöchiges Festival. Am 16. Juni zieht die Wiener Regenbogenparade wieder um den Ring. Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) bezeichnete die 23. Ausgabe bei einer Pressekonferenz am Dienstag als "Probegalopp" für die EuroPride, die nächstes Jahr in Wien stattfindet. Das zeigt sich auch in der Größe des Events: Die Veranstaltung wurde zum zweiwöchigen Festival ausgeweitet.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 29. Mai 2018 (13:54)
Motto der Vienna Pride 2018: "Love, Respect and Solidarity"
APA (AFP/Archiv)

Die Vienna Pride, die ein Zeichen gegen die Diskriminierung von Homosexuellen und Transgender-Personen setzt, steht heuer unter dem Motto "Love, Respect and Solidarity" und geht von 2. bis 17. Juni über die Bühne. Neben dem Höhepunkt, der Parade, finden zahlreiche Partys, Kunst- und Informationsveranstaltungen in der ganzen Stadt statt. So wurden unter anderem Führungen im Leopold Museum und in der Albertina organisiert, ein Pride-Dinner im neu eröffneten Donauturm, ein Schönbrunner Schlosskonzert mit einem eigens komponierten Pride-Walzer, ein Lauf im Prater und ein Beach-Tag am Donaukanal, berichtete Katharina Kacerovsky, Leiterin der Vienna Pride.

"Wir möchten Berührungsängste und Vorurteile abbauen und alle einladen, teilzunehmen und damit solidarisch für Akzeptanz und freie Liebe einzutreten", sagte Kacerovsky. Zentrum des Treibens wird wieder das Pride Village sein, das von 12. bis 16. Juni seine Zelte vor dem Wiener Rathauses aufschlägt.

Der Demozug startet am 16. Juni um 14.00 Uhr auf Höhe des Rathausplatzes. Die Parade wird sich gegen die Fahrtrichtung einmal rund um Ring und Kai und wieder zurück zum Pride Village bewegen, wo die Celebration mit Ansprachen von Aktivisten und Politikern sowie der Prämierung der besten Paradenbeiträge stattfinden wird. 59 Fahrzeuge haben sich bisher für die Parade angemeldet, von großen Sattelschleppern über Straßenbahnen bis zu kleineren Wagen, sagte Moritz Yvon, neuer Obmann der Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien.

"Voll aufgeregter Vorfreude" zeigte sich auch der für Antidiskriminierung zuständige Stadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ). Die Pride sei sowohl "eine riesengroße Party" als auch ein starkes politisches Zeichen. Es sei wichtig, dass eine Stadt wie Wien Farbe bekenne. "Rot-Grün wird die Community immer unterstützen", versicherte auch Vassilakou. Die Stadt habe ihre Hausaufgaben gemacht. In Richtung Bundesregierung erneuerte sie dagegen die Forderung, die Ehe für alle sofort umzusetzen.

Durch die Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofs (VfGH) im vergangenen Dezember fällt per Jahresende die gesetzliche Diskriminierung bei der Ehe weg. "Damit ist nicht alles getan, es gibt immer noch Diskriminierungen auf gesetzlicher Ebene", erinnerte Yvon. So gebe es auf Bundesebene außerhalb des Arbeitsplatzes keinen Diskriminierungsschutz, man könne man also beispielsweise aufgrund seiner sexuellen Orientierung legal aus einem Lokal geworfen werden. Im Anschluss an die Pressekonferenz erfolgte der traditionelle Startschuss für die Vienna Pride: Die Regenbogenfahne am Wiener Rathaus wurde gehisst.