Erstellt am 18. Januar 2017, 11:02

von APA Red

Jahresinflation 2016 verharrte bei 0,9 Prozent. Die Lebenshaltungskosten in Österreich haben sich im Gesamtjahr 2016 im Schnitt um 0,9 Prozent verteuert. Besonders getroffen hat es Menschen, die zur Miete wohnen, rauchen und gerne in Restaurants essen. Hier sind die Preise am stärksten gestiegen.

Seit Dezember wendet sich das Blatt  |  APA

Wer ein Auto fährt und mit Öl heizt, hatte es hingegen gut: Sprit und Heizöl waren die größten Preissenker. Doch seit Dezember wendet sich das Blatt.

Mit Jahresende zogen die Rohölpreise stark an, was sich an den Zapfsäulen bemerkbar macht. Teurere Mineralölprodukte wie Sprit und Heizöl sorgten im Dezember 2016 für einen Anstieg der Inflationsrate auf 1,4 Prozent. Das war der höchste Wert seit November 2014.

So verteuerte sich Heizöl im Dezember im Schnitt um 15 Prozent, Dieseltreibstoff um 4 Prozent und Superbenzin um 3,5 Prozent. Auch Wohnungsmieten zählten mit einem durchschnittlichen Preisanstieg um 4 Prozent zu den Preistreibern. Ein bedeutender Preistreiber waren laut Statistik Austria auch höhere Preise in Restaurants und Hotels (+3 Prozent). Billiger als im Dezember 2015 waren Ausland-Flugtickets (-7,8 Prozent), Wahlärzte bzw. Zahnärzte (-9,4 Prozent), Gas (-4 Prozent) sowie die Kosten für Eigentumswohnungen (-4,9 Prozent).

Der tägliche Einkauf (Mikrowarenkorb) wurde im Gesamtjahr 2016 im Schnitt um 1,5 Prozent teurer. Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke verteuerten sich um 0,7 Prozent. Insbesondere Saisonwaren wie Obst, Gemüse und Fisch schlugen mit einem Anstieg von 1,5 Prozent zu Buche. Fleisch und Wurst verteuerten sich um 1,3 Prozent, verarbeitete Lebensmittel und Alkohol hingegen nur um 0,7 Prozent. Milch, Käse und Eier wurden hingegen um 1,7 Prozent günstiger.

Der wöchentliche Einkauf (Miniwarenkorb) wurde insbesondere aufgrund des günstigen Sprits billiger und verringerte sich im Jahresabstand um 0,6 Prozent. Treibstoffpreise sanken im Schnitt um fast 8 Prozent.

Wer im Vorjahr gerne in Restaurants essen ging oder in Hotels übernachtete, musste hingegen deutlich tiefer in die Tasche greifen als noch im Jahr 2015. Die Preise beim Wirten erhöhten sich im Schnitt um 3,2 Prozent, jene in Hotels um 3,6 Prozent.

In der EU und in der Eurozone ist die Teuerung im Dezember gestiegen. Die jährliche Inflationsrate kletterte im Euroraum auf 1,1 Prozent und in der EU auf 1,2 Prozent, gegenüber jeweils 0,6 Prozent im November. Österreich lag mit einer Inflationsrate von 1,6 Prozent im Dezember auf Rang neun in der EU, gemeinsam mit Großbritannien und Luxemburg, wie Eurostat am Mittwoch mitteilte.

Ein Jahr zuvor hatte die Teuerungsrate sowohl in der EU als auch in der Eurozone noch 0,2 Prozent betragen. Preisrückgänge verzeichneten im Dezember Bulgarien (-0,5 Prozent), Irland (-0,2 Prozent) und Rumänien (-0,1 Prozent). Die höchsten jährlichen Inflationsraten wurden dagegen in Estland (2,4 Prozent), Belgien (2,2 Prozent), Tschechien und Lettland (je 2,1 Prozent) verzeichnet.

Preistreiber waren im Dezember vor allem Kraftstoffe für Verkehrsmittel (+0,21 Prozentpunkte), Gemüse (+0,07 Prozentpunkte) sowie flüssige Brennstoffe (+0,05 Prozentpunkte). Gas (-0,10 Prozentpunkte), Telekommunikation (-0,05 Prozentpunkte) und Körperpflegeprodukte (-0,04 Prozentpunkte) dämpften die Teuerung hingen am stärksten.