Gruber kombinierte sich zu WM-Silber hinter Riiber. Bernhard Gruber hat bei der Nordischen Heim-Ski-WM in Seefeld sein zweites Edelmetall erobert.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 28. Februar 2019 (17:05)
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Gruber holte Silber

Der 36-Jährige platzierte sich am Donnerstag im Normalschanzenbewerb an der zweiten Stelle, nur der Norweger Jarl Magnus Riiber war im Sprint besser. Der Gasteiner, der zuvor Bronze im Team-Sprint gewonnen hatte, ist nun vor Felix Gottwald der erfolgreichste ÖSV-Kombinierer bei Weltmeisterschaften.

"Es ist einfach so schön!", stammelte Gruber, "ich habe so hart dafür gekämpft." Der nun älteste Medaillengewinner in der Kombination hält bei Weltmeisterschaften bei drei Gold-, drei Silber- und zwei Bronzemedaillen. Er überholte Gottwald, der dreimal Gold, zweimal Silber und sechsmal Bronze gewonnen hat.

"Deshalb bin ich hergekommen, ich hoffe, dass es passiert", sagte Gottwald im ORF-Fernsehen. "Bernie hatte keine einfache Saison. Er war nicht aufgestellt, er hat sich aufgedrängt. Das zeichnet ihn aus", erklärte der dreifache Olympiasieger.

Gruber hatte sich diesmal im Springen als Neunter mit nur 22 Sekunden Rückstand eine sehr gute Position für den 10-km-Langlauf geschaffen. Mit dem schließlich drittplatzierten Japaner Akito Watabe (+4,6) schloss er nach 6,1 Kilometern zur Zweier-Spitze mit Riiber und seinem Teamkollegen Franz-Josef Rehrl, dem drittbesten Springer, auf.

Rehrl fiel zurück, wurde Vierter (+29,8) und im Sprint musste Gruber nur Riiber den Vortritt lassen. "Mein Ski ist super gelaufen, aber gegen Jarl ist es richtig schwer. Er ist nicht umsonst Weltcupsieger", sagte der Familienvater.

Gruber war nach Problemen im Springen als sechster und letzter Mann ins ÖSV-WM-Aufgebt nominiert worden, beeindruckte aber von Anfang an im Springen, seiner bisherigen Schwäche. Er half mit, dass das ÖSV-Aufgebot bei der Heim-WM das von Präsident Peter Schröcksnadel gesteckte Ziel von vier Medaillen mit dem sechsten Edelmetall (0-3-3) bereits klar übertroffen hat. Es gab bis Sonntag noch zwei Chancen im Springen sowie im Kombi-Teambewerb und im 30-km-Damen-Langlauf.

"Traumhaft, dass der Bernie da vorne dabei war", freute sich der Sportliche Leiter Mario Stecher. "Er ist wieder in so einer guten Verfassung. Gratulation auch an die Trainer, die ihn für die WM noch nominiert haben." Cheftrainer Christoph Eugen stand die Freude ins Gesicht geschrieben. "Dritter Bewerb, dritte Medaille. Wenn es läuft, dann läuft es. Der Joker sticht oft einmal. Wir haben im Nachhinein alles richtig gemacht, dass er auch noch eine Einzelmedaille macht, ist sowieso unglaublich."

Der Ramsauer Rehrl musste sich nach zweimal Bronze mit dem vierten Rang begnügen. "Das Tempo auf der ersten Runde war einfach zu hoch", erklärte der 25-Jährige und freute sich über einen "super Wettkampf" und zog den Hut vor Gruber. "Er hat das souverän gelöst. Wir haben ihn in dieser Saison immer gefordert auf der Schanze. Er war in den letzten drei Tagen unser Stärkster, das war sehr verdient heute."

Seidl lief vom elften auf den siebenten Rang (+44,3) und bestätigte damit vor dem Teambewerb seine gute Form. "Mit dem Laufen bin ich sehr zufrieden, schade, dass ich auf der Schanze die nötigen Meter liegengelassen habe", sagte der Salzburger, der Titelverteidiger Johannes Rydzek (GER) auf Distanz hielt.

Auch er bewunderte Grubers Leistung. "Der Bernie ist für mich eine gewisse Wundertüte. Man weiß, dass er ein Mann für Großereignisse ist. Er hat es wieder bewiesen, dass er sich zum richtigen Zeitpunkt wieder in Form gebracht hat und so ist er natürlich eine Riesenstütze für das Team."

WM-Debütant Martin Fritz vermisste ebenfalls einen besseren Sprung. Mit seinem 15. Platz (1:21,5), unmittelbar vor Doppel-Weltmeister Eric Frenzel, zeigte sich der Steirer aber zufrieden.

Riiber hatte den Lauf aus der besten Position in Angriff genommen und erwies sich wie schon siebenmal bei seinen zehn Weltcup-Saisonsiegen als besserer Sprinter. Sein Gold war das erste für Norwegens Nordische Kombinierer seit 2001. "Das ist wunderbar für das gesamte Team", sagte der 21-Jährige. "Nach so vielen Jahren ohne Gold ist das ein besonderes Gefühl."