Erstellt am 09. Januar 2017, 11:45

von APA Red

Notschlafstellen in Wien ausgelastet. Während klirrende Kälte für Menschen mit einem Zuhause höchstens lästig ist, kann sie für Obdachlose zur Lebensgefahr werden: Der derzeitige Frost in Wien trifft Personen ohne Dach über dem Kopf besonders hart.

Klirrende Kälte wird für Obdachlose zur Lebensgefahr  |  APA (dpa)

Damit sie nicht im Freien übernachten müssen, betreibt der Fonds Soziales Wien (FSW) mit karitativen Einrichtungen Notschlafstellen. Diese sind aktuell zu rund 95 Prozent ausgelastet.

Laut FSW stehen etwa 1.000 Nachtquartiersplätze zur Verfügung. 300 davon werden ganzjährig betrieben, die restlichen 700 wurden im Rahmen des alljährlichen Winterpakets aufgestockt und verstärken das Angebot zwischen Anfang November und Ende April. "Die Quartiere sind sehr gut ausgelastet", informierte ein FSW-Sprecher. Die Kapazität sei trotz niedriger Temperaturen aber ausreichend: "Es musste auch am vergangenen sehr kalten Wochenende niemand weggeschickt werden."

Nichtsdestotrotz ist die Schaffung von 130 zusätzlichen Nachtquartiersplätzen in Planung. "Sollte es länger so kalt bleiben, können wir bei Bedarf diese zusätzlichen Ressourcen dann schnell aktivieren", so der Sprecher. In den vom FSW unterstützten Unterkünften - sie werden u.a. von Caritas, Samariterbund oder dem Roten Kreuz betrieben - kommen im Winter alle Menschen, egal ob Österreicher, EU-Bürger oder Drittstaatsangehöriger, unter.

Nicht im FSW-Netzwerk vertreten sind die Einrichtungen der Vinzenzgemeinschaft. Sie betreibt in Wien zwei Notschlafstellen, die ganzjährig betrieben werden. Im "VinziBett" gibt es 46 Plätze für In- und Ausländer. Das "VinziPort", das sich speziell an männliche EU-Bürger richtet, verfügt über 55 Betten. Man sei derzeit "sehr gut belegt", aber auch hier gebe es noch einige freie Plätze, sagte eine Sprecherin.