Klosterneuburger zum Euro: Eine Gemeinsamkeit, die sich auszahlt

Erstellt am 19. Januar 2022 | 05:25
Lesezeit: 4 Min
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Vor 20 Jahren löste der Euro den Schilling ab. Dennoch gibt es in vielen Haushalten noch die alte Währung. Rund 6,9 Milliarden Schilling werden von den Österreichern gehortet.
Foto: Heindl
Seit 1. Jänner 2002 zahlt man in Österreich mit dem Euro. Gerade in den ersten Tagen war der Ansturm auf die neue Währung groß.
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13,76 – Diese Zahl hatte 2002 jeder im Kopf. Vor 20 Jahren wurde in Österreich und in zwölf EU-Staaten und den vier Zwergstaaten Andorra, Monaco, San Marino und dem Vatikanstaat aufgrund der Währungsunion der Euro eingeführt.

Für die Österreicher hieß es dann – vor allem in den ersten Jahren – umrechnen. Für 13,76 Schillinge bekam man einen Euro. Auch heute noch gibt es immer wieder Situationen, in denen der ein oder andere nachdenkt, wie viel er jetzt eigentlich in Schillingen ausgegeben hat.

Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Portugal, Spanien und Österreich vereint seit 1. Jänner 2002 nicht nur die Mitgliedschaft in der EU, sondern auch die gemeinsame Währung.

Mittlerweile sind es 19 Mitglieder der Europäischen Union sowie Staaten, die mit der EU beziehungsweise Mitgliedstaaten der EU besondere Beziehungen pflegen. Insgesamt wird der Euro in 26 Staaten und Verwaltungsregionen als Zahlungsmittel verwendet. Zwischen 2007 und 2015 wurde der Euro-Raum immer wieder erweitert.

Vorteile für Handel und Privatpersonen

Die Umstellung auf die neue Währung war nicht nur für die Banken eine Herausforderung. Auch so mancher Klosterneuburg musste sich erst an das neue Zahlungsmittel gewöhnen. „Ich wollte noch einmal Schillinge beheben, habe aber plötzlich Euro bekommen, dabei war es erst 20 Uhr“, schilderte vor 20 Jahren ein Klosterneuburger seine ersten Erfahrungen mit dem Euro in der NÖN.

Darüber spricht Euro Klosterneuburg Gemeinsamkeit, die sich auszahlt
In der ersten Ausgabe des Jahres 2002 berichtete die NÖN, wie die Währungsumstellung von den Klosterneuburgern erlebt wurde. Besonders die Zehn-Euro-Scheine waren in den ersten Tagen des Jänners 2002 gefragt. Foto: Heindl
Foto: Heindl

Bereits am 31. Dezember 2011 konnte man ab den Abendstunden bei den Bankomaten der Babenbergerstadt die neue Währung in Händen halten. Und die Nachfrage nach den neuen Münzen und Scheinen war vor allem in den ersten Tagen des Jänners 2002 sehr hoch. „Besonders die Zehn-Euroscheine waren begehrt. Denn die Klosterneuburger wollten erstmals die neue Währung in Händen halten“, erinnerte sich der damalige Direktor der Raiffeisenbank Klosterneuburg Rainer Krebs.

Mittlerweile hat sich der Euro nicht nur bei den Klosterneuburgern, sondern weltweit als Zahlungsmittel etabliert. Davon ist auch Helmut Wess, jetziger Geschäftsleiter der Raiffeisenbank Klosterneuburg überzeugt: „Ich bin überzeugter Europäer und mir war klar, dass der Euro vor allem Vorteile mit sich bringen wird.“ So sind etwa der Außenhandel und der Warenverkehr durch die gemeinsame Währung enorm gestiegen. „Gerade Ostösterreich hat davon überproportional profitiert“, erklärt Wess.

Für Wess sind aber nicht nur die wirtschaftlichen Vorteile der gemeinsamen Währung entscheidend. Vor allem auch die Vorteile, die jeder persönlich durch den gemeinsamen Währungsraum hat, haben von Anfang an für den Euro gesprochen. „Keine Grenzkontrollen, kein Geldwechseln mehr. Diese Vorteile haben sich bestätigt. Es kommt einem eher schon komisch vor, wenn man etwa in Ungarn oder Tschechien Geld umtauschen muss“, spricht Wess wohl vielen Klosterneuburgern aus der Seele.

Trotz der vielen Vorteile hat die gemeinsame Währung nicht alle Erwartungen erfüllt. Zum Beispiel ist der Euro im Vergleich zum Schilling und der Deutschen Mark in der Zwischenzeit eher schwach. Trotzdem hat sich die Währung auch international etabliert. „21 Prozent der weltweiten Devisenreserven sind in Euro angelegt“, so Wess. Und diese Tendenz gehe auch weiter.

Fast sieben Milliarden Schilling

Dennoch ertappt sich auch Wess noch manchmal dabei, in Schillinge umzurechnen. „Dabei muss man aber auch immer die Inflation der letzten 20 Jahre dazu rechnen“, warnt Wess vor solchen Überlegungen.

Dabei gibt es allerdings eine Rechnung, die man unbedingt durchführen sollte: Noch immer werden etwa 6,9 Milliarden Schilling (Stand 31. Dezember 2021) gehortet. Das entspricht etwa 500 Millionen in der „Jubiläums-Währung“.

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