Freiraumschule Kritzendorf: Drei Jahrzehnte Reformpädagogik

Erstellt am 24. Juni 2022 | 04:56
Lesezeit: 3 Min
Mit ihrem alternativen Bildungskonzept starteten die Gründungsmitglieder vor 30 Jahren das Schulprojekt.
Werbung
Anzeige

Am Samstag, dem 11. Juni war es so weit: Die Freiraumschule Kritzendorf feierte mit rund 300 geladenen Gästen, Ansprachen, Festakt und Live-Band ihren 30. Geburtstag. Die Tage davor waren von emsigem Treiben seitens Kindern, Team, Eltern, Gründer und Gründerinnen gekennzeichnet.

Sketches, Schattentheater und ein Band-Auftritt

Es wurde geplant, gekocht, organisiert und dekoriert. Es gab viel zu tun. Unter anderem: Ein Buffet für 300 Gäste auf die Beine stellen. Eine Geburtstagstorte zaubern. Schattentheater und Sketches proben, Festzelte, Bühne, Bar, Tische und Bänke aufbauen und dann endlich die ersten Gäste begrüßen.

Den Festakt eröffnete die Kritzendorfer Ortsvorsteherin Ingrid Pollauf. Zu den Festrednerinnen und Rednern zählten auch Bildungsstadträtin Maria Theresia Eder und Vizebürgermeister Roland Honeder.

Honeder überreichte der Schule eine vom Bürgermeister unterzeichnete Urkunde der Stadt Klosterneuburg. Ein weiterer Ehrengast war Prälat Maximilian Fürnsinn, der sich vor rund 28 Jahren sehr dafür einsetzte, dass die Freiraumschule in den Herzogenburgerhof einziehen konnte.

Gründungsmitglied Ulli Kobrna und Direktor Robin Riess führten mit jungen Co-Moderatorinnen und Moderatoren aus dem Schülerkreis durchs Programm. Während Ulli Kobrna und Prälat Fürnsinn Anekdoten aus den ersten zehn Jahren der Schule zum Besten gaben, erzählte Robin Riess über die „mittleren“ zehn Jahre und die Jugendlichen über die jüngsten zehn Jahre der Schule.

Weitere Highlights des Programms waren die von den Kindern aufgeführten Sketches und das Schattentheater sowie der Auftritt der Band Fainschmitz. Dank der großzügigen Unterstützung durch die Klosterneuburger Wirtschaftstreibenden und Spenden einiger Freiraum-Familien gab es eine Tombola mit 260 Preisen.

Zunehmend Einzug in das Regelschulsystem

Es war ein gelungenes Fest mit jeder Menge guten Gründen zum Feiern: In ihren Anfängen aufgrund des reformpädagogischen Konzeptes von einigen belächelt, blickt die Freiraumschule nach 30 Jahren auf rund 190 ordentliche Schülerinnen und Schüler, 927 Schuljahre und 120 Dienstjahre der Pädagogen und Pädagoginnen zurück. Damals unvorstellbar, hält die Pädagogik der Alternativschulen zunehmend Einzug ins Regelschulsystem.

Die Initiatorinnen und Initiatoren der Freiraumschule haben neben einigen anderen dafür in Österreich Pionierarbeit geleistet. Während sich im Laufe der Jahre viel verändert hat und bereits die ersten Enkelkinder der einstigen Gründerinnen und Gründer die Freiraumschule besuchen, sind die Grundwerte der elterngeführten reformpädagogischen Schule dieselben geblieben: Gleichwürdigkeit, Respekt, Freiheit, Eigenverantwortung, Beziehung und Begleitung. Das stellten auch einige der Gründungsmitglieder erfreut fest.

Anlässlich des runden Geburtstages erschien auch eine umfangreiche Festschrift, in der Gründungsmitglieder, Absolventinnen und Absolventen, heutige Schülerinnen und Schüler, Pädagoginnen und Pädagogen und Eltern erzählen, was sie mit der Schule verbinden. Zusätzlich haben einige Gastkommentatoren wie Gerald Hüther Beiträge dazu gestaltet.

Die Freiraumschule dankte zum Abschluss allen Gästen, Mitwirkenden, dem Weinbauverein, der Gastwirtschaft Ockermüller, der Raiffeisenbank sowie dem Orpheum Wien für die freundliche Unterstützung und freut sich auf die nächsten 30 Jahre Freiraum.

Werbung