Orangenwein aus der Amphore in Klosterneuburg. HBLAuBA bringt unter dem Motto „Back To The Future“ mehrere Alternativweine auf den Markt.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 14. Mai 2021 (03:12)
Direktor Reinhard Eder, Mario Strauss, Michael Winkler und Kellerwirtschaft-Abteilungsleiter Harald Scheiblhofer (v.l.) präsentieren den neuen Orangenwein aus einer 500-Liter-Tonamphore.
HBLAuBA, HBLAuBA

Das Weinsortiment im Ab-Hof-Verkauf der HBLAuBA für Wein- und Obstbau bietet für den Weinliebhaber alles, was das Herz begehrt: von klassischen und kräftigen Weiß- und Rotweinen über seltene Piwi-Weine und die Science Fiction Serie zum spritzigen Frizzante und Sekt. Beginnend mit Mai werden auch erstmals Orange- und Natural-Weine mit dem Seriennamen „Back To The Future“ angeboten. Diese Weine werden öfters auch als Alternativweine zusammengefasst und sind derzeit noch Nischenprodukte.

Experten der Höheren Bundeslehranstalt und Bundesamt erklären, was diese Weintypen ausmacht: Orangeweine sind Weine aus Weißweintrauben, bei welchen die Gärung auf der Maische, also mit den Schalen erfolgt, wie dies ansonsten nur beim Rotwein geschieht. Die Maischestandzeit kann dabei über die Zeit der Gärung andauern, aber auch über mehrere Monate gehen. Anschließend kann die Maische gepresst oder der Wein schlicht von der Maische abgezogen werden.

Unter den Begriff der Natural-Weine können jene Weine zusammengefasst werden, die mit möglichst wenig technischem Aufwand produziert werden und bei deren Herstellung kaum bis keine Verarbeitungshilfs- oder Zusatzstoffe eingesetzt werden. Diese Weine werden oft ungeschwefelt abgefüllt.

Bei beiden Weinvarianten ist die Behälterart zunächst nebensächlich. Vor allem bei Orangeweinen werden allerdings Tonamphoren aufgrund ihrer Tradition besonders gerne verwendet. Sie gelten als ursprünglichste Art des Weinbehälters, werden sie doch seit mehreren tausend Jahren in der Wiege des Weinbaus, in Georgien, für den Weinausbau verwendet. Und um genau so einen Wein handelt es sich beim ersten Vertreter der „Back To The Future“-Weinserie, einen Amphorenwein Jahrgang 2019.

Mit Anklang von Früchten und Kräutern

Für diesen Orangewein wurden im Oktober 2019 gelesene Trauben vom hauseigenen Weingut Götzhof (Langenzersdorf) im Technikum der Abteilung Kellerwirtschaft gerebelt und in eine 500 Liter fassende Tonamphore geschöpft. Die spontan ablaufende Gärung war nach einer Woche bereits abgeschlossen. Acht Monate lagerte die Maische in der Tonamphore.

Anschließend wurde das Schalen-Weingemisch nicht abgepresst, sondern der Wein lediglich abgezogen. Die Füllung erfolgte nach einer Filtration im Herbst 2020, passend in die Tonflasche.

Nach einer achtmonatigen Flaschenlagerung kommt nun der erste Vertreter der Serie in den Ab-Hof-Verkauf.

Das Ziel für den Amphorenwein war es, einen typischen und schmeckenden Orangewein mit typisch viel Gerbstoff zu kreieren. Der Amphorenwein 2019 zeigt sich in der Nase durchaus würzig, mit Anklängen von getrockneten Früchten und Kräutern. Am Gaumen überzeugt er mit weichem Gerbstoff und einer feinen Cremigkeit – bester Genuss zu leicht gewürzten Speisen oder als Digestif.

Direktor Reinhard Eder lockt zum Probieren: „Es ist sicherlich spannend, sich das eine oder andere Flascherl zu kaufen, den Wein mit Freunden zu verkosten und über die sensorischen Eindrücke zu diskutieren – wir sind auf Ihre Meinung an direktion@weinobst.at gespannt.“ Und wichtig: „Bitte entsorgen Sie die Tonflasche nicht im Glasmüll, sondern retournieren Sie diese oder werfen sie in den Restmüll.“