Fake-Polizisten in Klosterneuburg auf Abzock-Tour. In den letzten Tagen häufen sich Anrufe von angeblichen Polizisten, die nach Wertgegenständen fragen. Die Polizei Klosterneuburg warnt vor dieser Betrugsmasche.

Von Victoria Heindl. Erstellt am 01. Juli 2020 (04:31)
Bisher gab es im Raum Klosterneuburg elf Versuche mit der neuen Telefonbetrugsmasche. Die Polizei warnt vor diesen Anrufen und stellt nochmals klar, dass die Exekutive niemals Bargeld oder Wertgegenstände von Privatpersonen zur Sicherung abholen würde.
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Anrufe von angeblichen Enkeln und Neffen, die darauf angelegt sind, vor allem ältere Personen um ihr Erspartes zu erleichtern, sind schon seit einiger Zeit bekannt. Nun gibt es eine neue Masche: Die Anrufer gaben sich als Polizisten aus, fragten nach Bargeld, Schmuck und Wertgegenständen und boten die sichere Verwahrung oder Abholung an. Alleine im Raum Klosterneuburg verzeichnete die Exekutive bis letzten Donnerstag elf dieser Anrufe – reingefallen auf diesen Trick ist in der Babenbergerstadt derzeit zum Glück noch niemand.

Eine Festnetznummer aus Klosterneuburg, ein netter Beamter, der einen am Telefon vor einer Einbrecherbande warnen will und dann gleich zur Sicherheit nach Bargeld, Schmuck und Wertgegenständen, die man im Haushalt aufbewahrt, fragt: Das ist die neueste Masche, mit der Betrüger versuchen, meistens ältere Menschen abzuzocken. In ganz Niederösterreich versuchten es die unbekannten Täter damit. Besonders aktiv waren sie dabei in Klosterneuburg. Durch Verwendung von Computertelefonie mittels Call-ID-Spoofing riefen die Betrüger mit einer gefälschten Polizeinummer oder einer Nummer mit lokaler Vorwahl an.

Aufmerksamkeit und Vorsicht walten lassen

Über die Hälfte der registrierten Fälle fanden in der Babenbergerstadt statt. „Es geht uns vor allem darum, die Bevölkerung aufmerksam zu machen und aufzuklären“, heißt es dazu von der Polizeiinspektion Klosterneuburg. Denn eines sei ganz wichtig und grundsätzlich: „Kein Kriminalbeamter wird jemanden am Telefon auffordern, Wertgegenstände herzugeben.“

„Kein Kriminalbeamter wird jemanden am Telefon auffordern, Wertgegenstände herzugeben.“ Polizeiinspektion Klosterneuburg

In den Telefonaten wurden vermehrt Phrasen wie „eine Einbrecherbande wurde festgenommen und Notizen mit Ihrem Namen gefunden“ verwendet. Zurückgegriffen wurde gegenüber den potenziellen Betrugsopfern auch auf die Darstellung, dass Sohn oder Tochter der Angerufenen einen Verkehrsunfall verursacht hätte und nun eine Kaution zu bezahlen sei, damit das Kind keine Haftstrafe verbüßen müsse.

„Auflegen und die Polizei verständigen“

Aber was soll man machen, wenn man einen solchen Anruf erhält? Dazu hat die Polizei Klosterneuburg einige Tipps: „Meistens legen die Betrüger selbst auf, wenn man sie mit Nachfragen – von welcher Polizeistelle sie anrufen oder nach dem Namen des vermeintlichen Beamten – auf. Sonst sollte man selbst einfach auflegen und umgehend die Polizei Klosterneuburg informieren.“

Neben den elf bisher bekannten Fällen im Raum Klosterneuburg sind der Landespolizeidirektion Niederösterreich auch noch weitere Fälle im Gebiet um Wiener Neustadt (fünf), in den Bezirken Mödling (zwei) sowie den Bezirken St. Pölten und Zwettl (je eine Anzeige) bekannt. Auch die Landespolizeidirektion stellt nochmals klar, dass die Exekutive niemals Bargeld oder Wertgegenstände von Privatpersonen zur Sicherung abholen würde.