Kuchelauer Hafenstraße als „eine riesige Abzocke“. Verwirrung in der Kuchelauer Hafenstraße. Die Fahrradstraße ist nur für den Anrainerverkehr offen. Wie schnell man fahren darf, ist für viele Autofahrer mehr als unklar.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 14. August 2019 (04:25)
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Wer kennt sich da noch aus? Für viele Autofahrer, die als Anrainer in derKuchelauer Hafenstraße fahren, ist die Beschilderung mehr als verwirrend.

Im November des Vorjahres berichtete die NÖN über die Geschwindigkeitsbeschränkung im Bereich der Klosterneuburger Zufahrt zur Kuchelauer Hafenstraße. Die Durchfahrt ist aufgrund der errichteten Fahrradstraße ja nicht gestattet, aber Anrainerverkehr ist erlaubt.

Wie schnell man dort als Anrainer fahren darf, scheint aber nicht vielen Autofahrern klar zu sein. Der Schilderwald sorgt für Verwirrung.

Für Rainer Salzer aus Klosterneuburg wurde dies zur Falle, wie er erzählt. „Vor einigen Wochen war ich als Gast in der Bierhütte und bin dann weiter zum Bahnübergang gefahren. Etwa auf halber Strecke wurde ich von einem Polizisten aufgehalten, und der sagte mir, dass ich zu schnell gefahren bin. Ich wäre statt 30 mit 46 gefahren. Er hätte das gemessen, und in einer Fahrradstraße dürfe man nur 30 Stundenkilometer fahren“, so Salzer, der sich aber genau erinnern konnte, dass bei der Bierhütte ein Verkehrsschild mit 50 Stundenkilometer erlaubte Hochstgeschwindigkeit steht.

„Mit Müh und Not konnte ich den Polizisten überzeugen, dass es das Verkehrsschild gibt, und er sagte, er werde das überprüfen, denn dass könne es nicht geben“, erzählt Salzer weiter. Das war – wie gesagt – vor einigen Wochen.

„Mit Müh und Not konnte ich den Polizisten überzeugen, dass es das Verkehrsschild gibt.“ Rainer Salzer, Klosterneuburg

Am Freitag, 9. August hatte Salzer bei der Firma Forstinger zu tun, die vis á vis der Einfahrt zur Kuchelauer Hafenstraße ihren Sitz hat, und staunte nicht schlecht. Die Situation war unverändert. Was stimmt jetzt? Darf man 30 oder 50 Stundenkilometer fahren?

„Das Ganze ist eine riesige Abzocke“, ist sich Salzer sicher, „die Polizei sagt 30, das Verkehrsschild sagt 50. Wenn man bei der Polizei anruft, dann sagen die, erstens darf man gar nicht durchfahren, und wenn man dort schon fährt, nur mit 30. Wahrscheinlich haben dort schon viele Klosterneuburger gezahlt, ich möchte alle warnen, dort schneller als 30 zu fahren, weil die Polizei steht dort oft.“

„Die Polizeiinspektion Nussdorfer Platz ist bemüht, die Sache aufzuklären, und hat sich die Situation vor Ort angesehen“, so die Sprecherin der Wiener Polizei, Irina Steirer. Man verstehe, dass die aktuelle Situation sehr verwirrend ist. „Wir nehmen das natürlich gerne auf und werden es an die zuständigen Stellen weiterleiten“, so Steirer. Man müsse jetzt aber abwarten, wie hier entschieden wird. Aus Erfahrung weiß man, dass solche Amtswege lange dauern können. Die Autofahrer sind bis dahin aber vor weiteren Strafen nicht gefeit. Ob man in dieser Situation von amtshandelnden Exekutivbeamten Kulanz einfordern könnte? Steirer verspricht: „Wir werden das an die zuständigen Beamten weiterleiten.“