Weiterhin Rätselraten um "Weißen Hof" in Klosterneuburg. Mitarbeiter sollen bereits ins UKH Meidling abgezogen werden. Hoffen auf Langzeit-Reha am Standort. Schließung Weißer Hof Auch Bürgermeister Schmuckenschlager wartet auf Nutzungskonzept.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 29. Juli 2020 (04:16)
Unbehagen am Weißen Hof: Werden schon jetzt Mitarbeiten nach Meidling abgezogen?
Weißer Hof

Weiterhin Rätselraten, wie es mit dem Weißen Hof weiter geht. Alles bleibt beim Alten, Teile werden nach Wien Meidling verlegt, bis hin zur totalen Verlegung nach Wien – all diese Varianten werden von den verschiedensten Protagonisten kolportiert. Der Beschluss der AUVA, den Weißen Hof mit 2026 zu schließen, ist aber nach wie vor aufrecht.

SPÖ-Nationalratsabgeordneter Rudolf Silvan nimmt jetzt den Gesundheitsminister in die Pflicht: „Anschober hat nach dem Ende der Coronakrise einen runden Tisch angekündigt. Dieser Runde Tisch muss spätestens im Herbst stattfinden, zumal sich auch der NÖ Landtag in seiner letzten Sitzung einstimmig für die Erhaltung des Weißen Hofes in Klosterneuburg ausgesprochen hat.“

„Die Unruhe am Weißen Hof ist mit Sicherheit hausgemacht.“ Rudolf Silvan. SPÖ Nationalratsabgeordneter

Unsicherheit herrsche aber vor allem bei Mitarbeitern und Patienten des Weißen Hofs. „Dass die Akut-Reha vom Standort Weißer Hof ins Traumazentrum Meidling verlegt werden soll, ist gut und richtig“, so Silvan.

Die Langzeit-Reha müsse allerdings am Standort Klosterneuburg gesichert werden. Doch dafür liege noch immer kein Nachnutzungskonzept vor. Silvan sieht die Unruhe am Weißen Hof der Tatsache geschuldet, dass bereits im Oktober etliche Mitarbeiter in das UKH Meidling abgezogen werden sollen, während es für den Weißen Hof und somit auch für die verbleibenden Mitarbeiter und Patienten keinen ordentlichen Nachnutzungsplan gäbe. Zusätzlich halte sich das Gerücht hartnäckig, dass die coronabedingte Reduktion der Anzahl der Spitalsbetten von 200 auf 140 am Standort Klosterneuburg auch zukünftig beibehalten werden soll. Silvan: „Diese Unruhe ist mit Sicherheit hausgemacht.“

Silvan fordert endlich die Vorlage des Nachnutzungskonzeptes für den Weißen Hof.

„Das Rehazentrum Weißer Hof der AUVA muss als Standort gesichert und weitergeführt werden“, so auch AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser, nachdem ihm bekannt gegeben wurde, dass bereits Mitte Juli Mitarbeiter aus dem Weißen Hof nach Wien-Meidling abgezogen worden wären.

Keinesfalls dürfe der Standort umgewidmet werden. Denn die Nachfrage nach ausgezeichneten Reha-Angeboten im Land sei sehr hoch. Wieser appelliert an das Land NÖ, die Landeskliniken-Holding und an die Sozialversicherungsträger, Konzepte zur weiteren Nutzung gemeinsam zu erarbeiten. „Auch die AK NÖ steht dabei mit ihrer Expertise im Gesundheitsbereich gerne zur Verfügung“, so Wieser.

„Das Rehazentrum Weißer Hof der AUVA muss als Standort gesichert und weitergeführt werden“

Auch der „wilde“ Gemeinderat Andreas Mohl – Kämpfer der ersten Stunde für den Standort Klosterneuburg – findet es gut, eine Akut-Reha in Meidling und eine Langzeit-Reha am Weißen Hof zu führen. Eine komplette Schließung hätte unmittelbar wie mittelbar Folgen für Klosterneuburg und die Klosterneuburger Wirtschaft. Mohl: „Mitarbeiter müssten auspendeln, Lieferanten können den Weißen Hof nicht mehr beliefern, Beherbergungs- und gastgewerbliche Betriebe, die von Besuchern das Weißen Hofes genützt werden, müssten zusperren.“

Primaria Karin Gstaltner und der Pressesprecher der AUVA waren für die NÖN nicht erreichbar.

Auch Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager meldet sich zum Weißen Hof zu Wort. Er will allerdings abwarten, bis es Konzepte zur Nachnutzung für den Weißen Hof gibt.

„Bei allen Einrichtungen in Klosterneuburg hat man immer darauf geschaut, dass – sofern die ursprüngliche Nutzung nicht weiter möglich ist – eine nachhaltige Lösung für die Zukunft gefunden wird,“ so Bürgermeister Schmuckenschlager.

Als Beispiel zieht der Bürgermeister das Gesundheitsressort Donaupark heran, das früher ein leer stehendes Hotel war: „Da sehen wir heute, dass unsere Stadt ein guter Standort für gesundheitliche Infrastruktur ist, da man im Großraum Wien auch das entsprechende medizinische Personal vorfindet.“

Eine Bewertung seitens der Stadt könne erst dann erfolgen, wenn dieses Nachnutzungskonzept bekannt ist.