Erstellt am 30. April 2015, 06:10

von Martin Gruber-Dorninger

Ali soll hier bleiben. Klares Bekenntnis / 15-jähriger Flüchtling verlor beide Beine und sucht jetzt eine Wohnung. Gemeinderat beschließt Flüchtlingshilfe.

Ali Faisal kann wieder lachen. Bei einem Bombenanschlag im Irak verliert er beide Beine. Die Klosterneuburger »Sitting Bulls« verleihen ihm wieder neuen Mut. Ebenso die Anstrengungen von »Klosterneuburg hilft« und Sportvereinen, für ihn und seine Mutter eine Wohnung zu finden.  |  NOEN, Hammer

Der Spruch „Ein echter Indianer kennt keinen Schmerz“ trifft derzeit auf niemanden so zu wie den 15-jährigen Ali Faisal. Er hat keine Beine mehr, diese wurden ihm zu Hause im Irak abgerissen. Als er sich mit seinen Freunden in einem Café treffen wollte, detonierte knapp neben ihm eine Bombe und verletzte ihn lebensgefährlich. Mit seiner Mutter flüchtete er und kam im November des Vorjahres nach
Österreich.

Dort wurden sie getrennt. Während sich Ali Faisal im
AUVA–Zentrum Weißer Hof aufhält, muss seine Mutter für den Besuch ihres Sohnes einiges an Mühe aufwenden, denn sie ist in der Betreuungsstelle des Bundes in Traiskirchen untergebracht. Beide befinden sich in laufenden Asylverfahren.

Bald Indianer bei den „Sitting Bulls“?

Im Zuge der Rehabilitation lernte Faisal die „Sitting Bulls“ kennen, die Rollstuhl-Basketball-Mannschaft aus Klosterneuburg, und trainiert seitdem begeistert mit. Nun unternehmen sowohl der Basketball-Verein als auch „Klosterneuburg hilft“ alle Anstrengungen, um Mutter und Sohn eine Wohnung in Klosterneuburg zu verschaffen. „Dies gestaltet sich finanziell schwierig, da sich beide noch im Asylverfahren befinden und die Mutter noch nicht arbeiten darf“, erklärt Sabine Gösker von „Klosterneuburg hilft“. Sie startete deshalb auch einen Spendenaufruf.

In der Zwischenzeit hat sich auch im Gemeinderat punkto Flüchtlingshilfe einiges getan. Die PUK (Plattform Unser Klosterneuburg) hat bei einem Dringlichkeitsantrag eine überragende Mehrheit, abgesehen von FPÖ, erzielt. Darin forderte die PUK die Schaffung von Quartieren für Flüchtlinge. Der Städtebund hat kürzlich die Gemeinden dazu aufgerufen, mindestens zwei Prozent der Bevölkerung an Flüchtlingen aufzunehmen. „Ich bin stolz auf diesen Gemeinderat, auf Klosterneuburg und auf seine Bürger, die Flüchtlinge willkommen heißen“, freute sich PUK-Gemeinderätin Teresa Arrieta.

Das Thema wurde nun in den Sozialausschuss weitergeleitet. „Das umfasst drei Punkte: Die Erfahrung der Betreuungsstelle nutzen, Plätze im privaten und öffentlichen Bereich eruieren – und wir wollen keine Großquartiere“, berichtet Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager von der geplanten Umsetzung.


Spendenkonto

RBI Raiffeisen Bank International
BIC: RZBAATWW
IBAN: AT16 3100 0004 0405 0050
Verwendungszweck: Eine Wohnung für Faisal