Klosterneuburger Impf-Appell trotz hoher Impfrate. Die Bezirkshauptmannschaft Tulln befürchtet ein weiteres Ansteigen der Corona-Fälle. Das Landesklinikum Klosterneuburg spürt seit drei Wochen den Start in eine neue Welle.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 08. September 2021 (05:56)
Landesklinikum Klosterneuburg
Das Landesklinikum Klosterneuburg
Landesklinikum Klosterneuburg

„Wir merken es. Die Arbeit wird mehr“, so Bezirkshauptmann Andreas Riemer. Die Situation sei zwar noch überschaubar, die Zahlen seien aber höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahrs.

„Die Krankenhäuser kommen langsam wieder an ihre Kapazitätsgrenzen.“ Andreas Riemer

Die Angst vor der Überlastung der Spitäler und eines drohenden abermaligen Lockdowns geht um. Mit den vielen Urlaubsrückkehrern und dem kommenden Schulstart ist sich die Fachwelt einig, dass die Corona-Zahlen steigen werden. Die Problemfelder seien das Contact-Tracing – „die Leute wollen nur ungern Auskunft geben“ – und große Veranstaltungen, die allerdings im Bezirk Tulln Gott sei Dank ausbleiben.

„Bei uns wird sehr streng kontrolliert“, versichert der Bezirkshauptmann. In der Regel seien es junge Menschen, sie sich neuinfizieren, „und da sind die Verläufe nicht so folgenschwer“, so Riemer. Was aber besonders bedrohlich ist: „Die Krankenhäuser kommen langsam wieder an ihre Kapazitätsgrenzen.“

Schwerer Verlauf bei 19-jähriger: Nach Tulln gebracht

Wie es derzeit im Landesklinikum Klosterneuburg aussieht, verrät uns der neue ärztliche Direktor Herbert Huscsava: „Die Isolierstation für Covid-Patienten war nie geschlossen, aber seit drei Wochen hat es wieder begonnen.“ Alle Patienten, die in diesen drei Wochen aufgenommen wurden, waren nicht geimpft.

„Die Wahrscheinlichkeit, dass sich geimpfte Personen mit Covid infizieren, liegt bei 0,08 Prozent“, so der ärztliche Leiter, der die Gelegenheit nützt, für die Impfung zu werben. Hauptsächlich seien es jetzt junge Leute, die sich anstecken.

So hätte das Spital vor drei Wochen ein 19-jähriges Mädchen gehabt, die ob ihres schweren Verlaufs nach Tulln gebracht werden musste. „Klosterneuburg ist zwar mit seinen 70 Prozent voll Immunisierten vorbildhaft, aber es müssen noch mehr werden“, so Huscsava.

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