Das "Klosterneuburger-Pendel" zeigt Richtung Wien. Zwei Drittel aller Klosterneuburger Auswärts-Pendler arbeiten in der Bundeshauptstadt. St. Pölten mit 12 Prozent auf Platz zwei.

Von Claudia Wagner. Erstellt am 27. Februar 2020 (03:11)
In Klosterneuburg und dem Bezirk Tulln überwiegen die Auspendler, wie eine aktuelle Studie der Arbeiterkammer Niederösterreich zeigt.
M29/Grafenauer

Über die Hälfte der Wege legen Klosterneuburger mit ihrem Pkw zurück. Das Auto spielt in der Babenbergerstadt eine wichtige Rolle, zeigen Erhebungen, die für das Stadtentwicklungskonzept STEK 2030+ durchgeführt worden sind.

Pro Tag passieren 38.000 Fahrzeuge die Stadtgrenze Richtung Wien, bei der Stadteinfahrt Maria Gugging sind es rund 7.000 Fahrten pro Tag. „Die Verkehrsstärke hat sich, bezogen auf den Pkw-Verkehr, in den vergangenen zehn Jahren überraschender Weise kaum verändert“, heißt es im STEK 2030+.

Was jedoch gestiegen ist, ist die Anzahl der Pendler, wie die aktuelle Studie der Arbeiterkammer beweist. Wenn auch nur marginal: Im Vergleich zu 2014 sind im Jahr 2019 zwei Prozent mehr aus dem Bezirk Tulln ausgependelt, die Einpendler haben im gleichen Zeitraum ein Plus von vier Prozent. Die Pendler – in der Analyse der AK jene unselbstständig Beschäftigten, die Wohn- und Arbeitsort nicht im gleichen politischen Bezirk haben – zieht es vor allem in die Bundeshauptstadt. 67 Prozent der Arbeitnehmer aus dem Bezirk Tulln, die außerhalb des eignen Bezirks tätig sind, haben ihren Job in Wien. In St. Pölten arbeiten rund 12 Prozent, der Rest entfällt auf die anderen Nachbarbezirke. Von dort kommen auch jene Erwerbstätigen, die außerhalb wohnen, aber im Bezirk Tulln arbeiten. Außerdem ist bei der Einpendler-Rate der Bezirk Hollabrunn mit rund fünf Prozent vertreten.

„Der Pendlersaldo in Niederösterreich bleibt auch im Jahr 2019 negativ, und es gibt weiterhin ein ,Defizit‘ an Arbeitsplätzen“

In Klosterneuburg gibt es laut Statistik der Recherche-Plattform Addendum 10.888 Pendler. Der Arbeit wegen nehmen sie die täglichen Strecken in Kauf. Die AK erklärt den derzeitigen Arbeitsmarkt: „Der Pendlersaldo in Niederösterreich bleibt auch im Jahr 2019 negativ, und es gibt weiterhin ein ,Defizit‘ an Arbeitsplätzen.“ Die Differenz zwischen Auspendlern und Einpendlern nimmt landesweit ab – im Bezirk Tulln ist sie hingegen leicht gestiegen. 2019 pendeln rund 10.000 Beschäftigte mehr aus, als ein.

„Sind beide Werte ähnlich hoch, dann herrscht eine starke Verflechtung in beide Richtungen“, schreibt die AK. Für den Bezirk Tulln gilt das nicht: Den Auspendlern (59,6 Prozent) stehen die Einpendler mit nur 44,9 Prozent entgegen. Der Pendlerstrom fließt also nach außen.

Die Bezirksergebnisse der Pendleranalyse 2014 wurden zurückgerechnet, damit die Vergleichbarkeit nach der Auflösung von Wien Umgebung gegeben ist. Klosterneuburg ist seit 1. Jänner 2017 beim Bezirk Tulln.