Öffis in Klosterneuburg: „Beschwerden gehen sukzessive zurück“

Erstellt am 14. Juni 2022 | 20:04
Lesezeit: 3 Min
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Derzeit kein Halt an Sonn- und Feiertagen: Kabinen-Besitzerin Christl Bucina wünscht sich einen durchgehenden Strandbad-Zubringer für die ganze Saison. Stadtrat Kehrer (PUK) will das Thema im Ausschuss besprechen.
Foto: Heindl
Stadtrat Kehrer (PUK) zieht positive Bilanz zum Öffi-Ausbau. Kritik aus Bevölkerung: Ein durchgehender Strandbad-Bus fehlt.
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Fünf Bahnhöfe, drei Stadtbus-Linien und das regionale Bus-Angebot: Der öffentliche Verkehr in der Babenbergerstadt ist breit aufgestellt. Um in Klosterneuburg von A nach B zu kommen, ist man nicht zwingend aufs Auto angewiesen. Oder doch?

Es ist Pfingstsonntag, der gefühlt erste echte Sommertag. Die Hitze-Temperaturen ziehen Klosterneuburger ins Strandbad – nur: „Wie soll ich da hinkommen?“, fragt sich Christl Bucina kopfschüttelnd.

„Auf der einen Seite verlangt die Stadt wirklich gutes Geld – mittlerweile 600 Euro – für die Kabine, aber auf der anderen Seite gibt es keinen Zubringer.“ Kritik von Strandbad-Nutzerin Christl Bucina

Besonders ärgerlich für die Seniorin aus Weidling: „Ich habe dort eine wunderschöne Kabine und ich liebe sie. Aber ich habe keine Chance am Samstag nach 15.30 Uhr, am Sonn- oder Feiertag öffentlich hinzukommen.“

Der Bäderbus fährt zwar sonn- und feiertags, aber nur in der Hauptsaison, sprich im Juli und August, zu Klosterneuburgs Hausstrand. Außerhalb der Sommerferien geht zwischen Samstag, halb vier, und Montagmorgen kein Bus zum Strandbad.

Die nächsten Haltestellen, der Bahnhof Weidling, das Happyland oder der Niedermarkt, sind für die 80-jährige Öffi-Fahrerin ein zu weiter Fußmarsch. Zu Pfingsten musste ein Taxi her – auf Dauer ist das finanziell aber nicht möglich. Bucina kritisiert: „Auf der einen Seite verlangt die Stadt wirklich gutes Geld – mittlerweile 600 Euro – für die Kabine, aber auf der anderen Seite gibt es keinen Zubringer.“ Was sich Bucina wünscht: Einen Bus, der sie die ganze Saison über zu ihrem Platz an der Sonne bringt.

Ist das machbar? „Gerne werden wir das Thema in den Ausschuss mitnehmen“, verspricht Verkehrsstadtrat Johannes Kehrer (PUK), der bereits mit ersten Gedanken spielt: „Eine Ausweitung beispielsweise in den Juni halte ich für sinnvoll, auch wenn es dahingehend bisher kaum Anregungen aus der Bevölkerung gab.“

„Viele positive Rückmeldungen“

Anregungen aus der Bevölkerung ist das Stichwort – denn beim Thema Verkehr will jeder mitreden. Welchen Eindruck hat Kehrer vom Status quo?

„Das Öffi-Angebot wurde in Klosterneuburg in den vergangenen Jahren sukzessive und massiv ausgebaut. Viertelstundentakt auf der S-Bahn und das neue Busnetz, das im Zuge der Hangbrückensperre auf den Außenästen noch einmal verdichtet wurde. Das gab viel positive Rückmeldung, Beschwerden sind seither sukzessive zurückgegangen.“

Dennoch: „Es gibt laufend Verbesserungsbedarf, das ist klar. Und auch künftige Angebotsausweitungen müssen wir bereits jetzt denken – etwa sollte der S-Bahntakt auch in den Randzeiten verdichtet werden, um den Anforderungen unserer Zeit gerecht zu werden.“

Fahrt in die Öffi-Debatte hat die rund zweieinhalb Jahre dauernde Baustelle am Weg nach Wien gebracht – dadurch wurden die Karten für Autolenker neu gemischt. Wo gibt es für die Stadt noch Aufholbedarf? Kehrer: „Die Takte in die Täler können nicht dicht genug sein - da wir nun aber zu jeder S-Bahn im Viertelstundentakt auch einen Bus aus Kierling, Weidling und vom Ölberg haben, sind wir hier schon sehr weit. Wichtig ist es, dieses Angebot auch nach Fertigstellung der Hangbrücke aufrechtzuerhalten.“

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