Bauprojekte prämiert: Vergoldete Madeln in Kritzendorf. Das Land NÖ zeichnete herausragende Bauprojekte mit „Goldener Kelle“ aus. Der Buschenschank „Resperger Madl’n“, von „Dreer2 Architekten“ umgebaut, ist Preisträger.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 23. Oktober 2020 (03:19)
Für die ausgefallene Architektur, die alten Charme und moderne Gestaltungsmöglichkeiten verbindet, wurde das Klosterneuburger Architekturbüro „Dreer2“ mit der „Goldenen Kelle“ vom Land NÖ ausgezeichnet.
Romana Fürnkranz

Die „Goldene Kelle“, höchste Auszeichnung des Landes Niederösterreich für herausragende Baugestaltung und ausgewogene Einfügung in das Orts- und Landschaftsbild, erging am 13. Oktober im Glassalon Neuhaus neben sieben anderen Preisträgern auch an den Weinbau „Resperger“ in Kritzendorf.

Ob Neubau, Umbau oder sanierter Altbau – die im Niederösterreich GESTALTE(N) Magazin für Bauen, Architektur und Gestaltung präsentierten Bauten stellen stets architektonische Highlights der niederösterreichischen Baukulturlandschaft dar.

Mit Abstand die Besten in Niederösterreich

Zu den im Rahmen des Architekturwettbewerbes „Goldene Kelle“ von der Leserschaft unter den 20 nominierten Projekten ausgewählten Gewinnern zählte diesjährig auch der älteste Heurigenbetrieb in Kritzendorf, der Buschenschank „Resperger“, der unter strengen Schutzzonenauflagen von Dreer2 Architekten saniert und umgebaut wurde. Coronabedingt erstmals nur im kleinen Kreise der Gewinner veranstaltet, fand die Verleihung der „Goldenen Kellen“ durch Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner im außergewöhnlichen Ambiente des Glassalons Neuhaus aus 1913 statt, der kürzlich durch einen gläsernen Zubau zeitgenössisch erweitert wurde und dadurch einen mehr als passenden Rahmen für diese Architekturpreisverleihung bildete.

„Die Baukultur eines Landes stellt ebenso wie Musik und Kunst eine wichtige Basis für das Selbstverständnis einer Gesellschaft dar“, hob Ehrengast Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner beim Festakt hervor. „Mit der heutigen Ehrung durch die „Goldene Kelle“ möchten wir den ausgewählten Projekten jenen Stellenwert in der öffentlichen Aufmerksamkeit verleihen, den sie verdienen.“

Um- und Zubau Weinbau „Resperger“

Ursprünglich landwirtschaftlich genutzt, wurde der älteste Heurigenbetrieb Kritzendorfs aufwendig saniert, vergrößert und durch ein Wohngeschoß erweitert. Trotz zusätzlichen Volumens bleibt die straßenseitige Gebäudesilhouette aufgrund einer gut überlegten Dachausformung unverändert. Die schwierige einseitige Belichtungssituation, bedingt durch die geschlossene Feuermauer, wurde mit natürlichem Lichteintrag über Dachflächenfenster, galerieartigem Stiegenhaus und raumhohen Fenstern in Richtung Innenhof gelöst. Mit den großen Fensterfronten wurde der atriumartige Hof, damals wie heute Herzstück der Lokalität, ins Innere geholt und der Charme des Hauses aus 1550 trotz vieler Eingriffe und neuer Akzente erhalten.