„Autobahnflair in Gasse“. Reissgasse / Die neu montierten Leitschienen missfallen einer Kierlinger Anrainerin: „Hätte man ortsbildfreundlicher machen können.“ Bürgermeister: „Befestigung ist Schutzvorrichtung.“

Von Claudia Wagner. Erstellt am 06. Juni 2014 (09:46)
NOEN
Die Leitschienen in der Reissgasse verärgern eine Anrainerin: Es zerstöre das Ortsbild. Schmuckenschlager kontert: Bausperre verhindert, dass Ortsbild entstellt wird. Leitschiene sei eine Schutzvorrichtung.Heindl

KIERLING / „Was hier verbrochen wurde, ist jenseits von Gut und Böse“, zeigt sich Anrainerin Angelika Schönbäck empört. Entlang der Reissgasse wurde nämlich zum Leidwesen der Kierlingerin eine massive Leitschiene befestigt: „Die wunderschöne Gasse, die von vielen Spaziergängern genutzt wird, ist bereits zur Industriestraße mutiert.“

Und jetzt habe sie sich auch optisch in eine Autobahn verwandelt. „Das hätte man ortsbildfreundlicher lösen können“, ärgert sich Schönbäck. Außerdem erbost sie, dass entlang der Befestigung Bäume umgeschnitten wurden: „Dadurch werden die Leitschienen noch deutlicher betont.“

Das Ortsbild könne nicht entstellt werden, kontert Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager. Dafür gäbe es die Bausperre: „Sie gilt bei Arbeiten in Schutzzonen — auch in Kierling.“ Die befestigten Leitschienen seien eine notwendige Schutzvorrichtung, denn immerhin befindet sich in der Reissgasse der Kindergarten.

Und was die Bäume angeht: „Das ist ein privates Grundstück“, gibt der Stadtchef Auskunft. Der Besitzer habe das Recht, Bäume zu pflanzen und umzuschneiden. Die Stadtgemeinde habe mit dem Baumschnitt auf Privatgrund nichts zu tun. „Soweit greifen wir nicht ein“, schließt Schmuckenschlager ab.