Öko-Wohnen am Spar-Areal

Abriss und Neubau des Sparmarkts am Weidlinger Bahnhof: PUK zeichnet Weg zu ökologischem Vorzeigeprojekt. Planungsstadtrat: „Projekt wird geprüft.“

Christoph Hornstein
Christoph Hornstein Erstellt am 12. Mai 2021 | 04:30
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So wie am Bild links stellt sich die aktuelle Situation beim Spar in der Weidlinger Straße dar. Der Spar will hier das alte Verkaufsgebäude wegreißen und einen modernen Supermarkt errichten. So stellt sich die PUK im Rahmen einer Bürgerbeteiligungsaktion die Gestaltung des neuen Platzes vor. (Bild r.). Hier soll ein ökologisches Vorzeigeprojekt entstehen. Spar als Grundstückseigentümer hat dabei aber sicher noch einiges mitzureden.
Foto: PUK, PUK

Anstelle des derzeitigen Spar-Marktes und der angrenzenden Tankstelle in der Nähe des Weidlinger Bahnhofs soll ein Spar-Markt nach heutigen Standards errichtet werden. Die PUK (Plattform Unser Klosterneuburg) sieht hier die Chance für ein ökologisches Vorzeigeprojekt, das der zentralen Lage gerecht wird, anstelle ebenerdiger Bebauung mit großflächigen Parkplätzen im Innenhof – denn die Stadt hat aufgrund ihrer Widmungshoheit in diesem Fall alle Trümpfe in der Hand. Die PUK legte dem Bürgermeister und dem Planungsstadtrat ein unter Bürgerbeteiligung erstelltes Konzept vor.

Lage verdient mehr als bloßen Supermarkt

Mitten im Zentrum, am Beginn der Weidlinger Straße, nur einen Steinwurf von der Bahnstation, kommt dem derzeitigen Spar-Markt eine wichtige Rolle als Nahversorger zu. Durch die Lage am Öffi-Knoten beim Bahnhof Weidling ermöglicht er auch Pendlern, für Einkäufe auf das Auto zu verzichten und die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen.

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Die zahlreichen Fachgeschäfte in Gehentfernung bieten Potenzial für eine lebendige Einkaufsstraße, dafür braucht es aber eine Attraktivierung des öffentlichen Raums. Die PUK legt ein Konzept vor, um statt eines ebenerdigen Supermarkts mit großflächig versiegeltem Parkplatz ein ökologisches Vorzeigeprojekt als Mehrwert für den Stadtkern zu schaffen.

Die PUK lud Bürger zur Ideenfindung ein

Anfang des Jahres hat die Bürgerliste PUK dafür den Dialog mit anliegenden und interessierten Bürgern gesucht. Unter Auflage der geltenden Corona-Regelungen hat man das Viertel in kleinen Gruppen abgeschritten und hat sogar in den schönen, begrünten und ruhigen Hintergarten der Liegenschaft Wienerstraße 3a Einlass erhalten. Mit der Gruppe interessierter Bürger veranstaltete Gemeinderat Stefan Hehberger nach der Begehung einen Online-Kreativworkshop zum Sammeln von ökologischen Ideen für diese Fläche.

„Generell kam von allen Workshop-Teilnehmern der Wunsch, dass diese Stelle ein echtes ökologisches Leuchtturmprojekt für Klosterneuburg wird und gemeinsam mit der Spar-Gruppe planerisch zu entwickeln ist“, so der Eindruck von Hehberger.

Die wichtigsten Punkte:

  • Überbauung eines künftigen Supermarkts mit Wohnungen (mit Bauhöhen wie in der Bertholdgasse gegenüber), einer Tiefgarage unter dem Markt mit Abstellplätzen für die Fahrzeuge der Bewohner
  • Der Kunden-Parkplatz darf nicht auf billigstem Weg mit Beton oder Asphalt versiegelt werden, sonst entstünde dort eine gewaltige und unnötige Hitzeinsel mitten in bewohnter Zentrumslage. Der Bedarf sollte genauer ermittelt werden, derzeit wird offenbar mit fast 100 Parkplätzen gerechnet. Verbleibende Parkplatzflächen müssen entsiegelt und mit größtmöglichem Grünanteil gestaltet werden.
  • Zeitgemäße Heizung und Klimatisierung unter Nutzung von Dachbegrünung und Photovoltaik

Über diese „Eckpunkte“ hinaus soll der öffentliche Raum in der Weidlinger Straße aufgewertet werden:

Ein direkter, fußläufig erreichbarer Eingangsbereich zum neuen SPAR-Markt bei der bestehenden Querungshilfe (Schutzweg) an der Kreuzung mit der Bertholdgasse würde – insbesondere bei Ausgestaltung mit einem kleine Vorplatz – nicht nur für die vorbeifahrenden Autofahrer einen Vorteil bringen, sondern als Nahversorger auch den Menschen, die dort in direkter Umgebung wohnen und leben, einen deutlichen Mehrwert bieten.

Ein Begegnungsplatz mit Grünbereich soll zum Verweilen einladen. Das Straßenstück vom denkmalgeschützten Haus Weidlinger Straße 3 bis zur Ecke könnte einen schönen Schattenbereich bieten, wenn dort eine Baumreihe gepflanzt würde.

„Wir wollen, dass dieser Platz im Sinne der Stadtentwicklung optimal genützt wird“

Viele Anrainer aus der Wienerstraße befürchten einen Verlust an Lebensqualität, wenn ihre ruhigen Gärten dann direkt an den neuen Sparmarkt oder – vielleicht noch schlimmer – direkt an einen betonierten Parkplatz grenzen.

„Wir wollen, dass dieser Platz im Sinne der Stadtentwicklung optimal genützt wird“, so der neue Planungsstadtrat Johannes Edtmayer (Grüne), der auch das Projekt der PUK prüfen will. „Aber eines ist klar“, so Edtmayer abschließend, „der Grund gehört dem Spar. Hier kann nur gemeinsam mit dem Eigentümer etwas Neues entwickelt werden. Wenn es möglich ist, wollen natürlich auch wir die Wünsche der Bürger in ein neues Projekt einbinden.“

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