Grün(e) gegen Grau in Höflein. Grünen-Stadtrat Sepp Wimmer kritisiert die Bodenversiegelungen zwischen Planierungs- und Donaustraße. Laut Stadtgemeinde war dies Wunsch der Anrainer.

Von Christoph Hornstein und Victoria Heindl. Erstellt am 26. Juli 2020 (03:20)
Aufgrund von Anrainerwünschen und den Klosterneuburger Standards für Straßennebenflächen wurden in Höflein einige Flächen asphaltiert. Stadtrat Sepp Wimmer (Grüne) kritisiert diese Bodenversiegelung.
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Es ist eine beschauliche und an und für sich ruhige Nachbarschaft: die kleine Gasse zwischen der Planierungsstraße 14 und der Donaustraße 71. Nun gibt dieser Weg aber Anlass zu Ärger – zumindest unter den Kommunalpolitikern. Grünstreifen, die sich entlang der Häuserfront ziehen, wurden von der Stadtgemeinde nun asphaltiert. Sehr zum Ärger von Stadtrat Sepp Wimmer (Grüne). Er kritisiert die damit einhergehende Bodenversiegelung. Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager (ÖVP) kontert, dass dies auf Wunsch der Anrainer nach einer besseren Infrastruktur vorgenommen wurde.

„Fast überall ist das Thema der Bodenversiegelung im Bewusstsein der Menschen angekommen, nur in Höflein noch nicht“, wundert sich Wimmer über die baulichen Maßnahmen, die nun von der Stadtgemeinde in der Katastralgemeinde vorgenommen wurden.

Höheres Risiko durch Überschwemmungen?

Wimmer kritisiert nicht nur die Folgen für die Umwelt, die mit der Bodenversiegelung im allgemeinen einhergeht, sondern auch die Konsequenzen, die dadurch für die Anrainer entstehen könnten. „Eine Bodenversiegelung hat unmittelbare Auswirkungen auf den Wasserhaushalt: Zum einen kann Regenwasser weniger gut versickern und die Grundwasservorräte auffüllen, zum anderen steigt das Risiko, dass bei starken Regenfällen die Kanalisation oder die Vorfluter die oberflächlich abfließenden Wassermassen nicht fassen können und es somit zu örtlichen Überschwemmungen kommt“, befürchtet Wimmer. Außerdem warnt er, dass die Gemeinde bei der Berechnung der Abwassergebühren die Beseitigung von nichtversickertem Regenwasser den Hauseigentümern anlasten könnte.

Standard bei Straßennebenflächen

Bürgermeister Schmuckenschlager kann die Kritik Wimmers nicht nachvollziehen. „Bei dieser Arbeit handelt es sich um eine kleine Maßnahme zur Verbesserung der dortigen Untergrundverhältnisse. Nachdem die Anrainer den Wunsch nach einer besseren Infrastruktur hatten, war man vonseiten der Stadtgemeinde bemüht, ein richtiges Maß zu finden“, rechtfertigt Schmuckenschlager die neuen Asphaltflächen. Und weiter: „Schließlich handelt es sich um ein Wohngebiet, und ein gewisser Standard bei der Ausbildung der Straßennebenflächen gilt in ganz Klosterneuburg.“

Schmuckenschlager kritisiert auch die Verallgemeinerung des Themas Bodenversiegelung durch Wimmer in diesem Fall: „Die allgemeine Flächenversiegelung hier gegen die Bürger ins Spiel zu bringen, ist widersinnig und würde alle unsere Parkflächen, Geh- und Radwege infrage stellen.“ Er rät Wimmer, sich von den Anrainern die Lage persönlich beschreiben zu lassen.