Lockdown macht in Klosterneuburg Schule. Mit jeder neuen Schließung stieg die Nachfrage. Zwischen vier und 73 Prozent der Kinder waren im Kindergarten vor Ort, in den Volksschulen bis zu 42 Prozent.

Von Claudia Wagner. Erstellt am 21. Mai 2021 (03:38)
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Ein turbulentes Jahr liegt hinter Schülern und Kindergartenkindern – und ebenso hinter der Stadtgemeinde als Schulerhalter. In der Gemeinderatssitzung fasst Bildungsstadträtin Maria Theresia Eder (ÖVP) die Corona-Monate aus Schulsicht zusammen. Die Bilanz: „Hohe bis sehr hohe Anwesenheitszahlen“ im Lockdown. Eder: „Aufgrund der im Zuge der Corona-Krise notwendigen Schutzmaßnahmen kam es auch in Klosterneuburg zu weitgehenden Änderungen im Kindergarten- und Schulbereich.“

Kindergärten: Vom 16. März 2020 bis 26. April 2020 standen die Kindergärten für jene Kinder offen, deren Eltern in systemrelevanten Berufen tätig und deren Kinder nicht betreut waren. Auch während der Osterferien 2020 wurde Betreuung angeboten. Seit 27. April 2020 durften alle Kinder unabhängig von der beruflichen Tätigkeit der Eltern die Betreuung in Anspruch nehmen. „Die Betreuungszahlen in den öffentlichen Kindergärten stiegen vom Beginn der Covid19-Krise stetig an. So waren im ersten Lockdown 3,5 Prozent, im zweiten Lockdown durchschnittlich 44,8 Prozent und im dritten Lockdown 72,4 Prozent der Kinder in den zehn öffentlichen Kindergärten Klosterneuburgs anwesend“, resümiert die Stadträtin.

„Aufgrund der im Zuge der Corona-Krise notwendigen Schutzmaßnahmen kam es auch in Klosterneuburg zu weitgehenden Änderungen im Kindergarten- und Schulbereich.

Schulen: Vom 16. März 2020 bis 18. Mai 2020 standen die Volksschulen, Mittelschulen und die Sonderschule nur zur Betreuung für Kinder offen, die Lehrtätigkeit erfolgte über Distance Learning und Homeschooling. In dieser Zeitspanne wurden in den Volksschulen und Mittelschulen von rund 3,2 Prozent und in der Sonderschule durchschnittlich 8,2 Prozent der Kinder direkt in den Schulen betreut. Bis zum Schuljahresende 2019/20 erfolgte die Lehrtätigkeit im Schichtbetrieb. Vom Schuljahresbeginn 2020/21 im September bis November 2020 war normaler Schulbetrieb, im zweiten Lockdown von Mitte bis Ende November 2020 wurden in den Volksschulen 27,4 Prozent und in den Mittelschulen 5,7 Prozent der Schüler direkt betreut. In der Sonderschule kam es zu keiner Unterbrechung des Regelbetriebes. Während des dritten Lockdowns im Jänner 2021 waren in den Volksschulen 42,3 Prozent und in den Mittelschulen 10,3 Prozent der Schüler anwesend.

Nach den Semesterferien erfolgte der Schulbetrieb in den Volksschulen im Regel-, in den Mittelschulen im Schichtbetrieb. Im vierten Lockdown, der verlängerten Osterruhe, wurde der Schulbetrieb größtenteils mittels Distance Learning durchgeführt. Die Unterlagen wurden in den Homeschooling- und Distance Learning-Phasen in den Klosterneuburger Schulen größtenteils online übermittelt. Wo dies nicht möglich war, konnten diese auch ausgedruckt in den Schulen abgeholt werden.

„Kontinuierlicher Weg in die Digitalisierung“

Chatroom, Videokonferenzen, Wochenpläne, Arbeitsaufträge innerhalb bestimmter Fristen, Beratungen über Video, Feedback wurden in den Volksschulen über die Programme „SCHOOLFOX“ und „PADLET“ kommuniziert. „Zusätzlich gab es auch in vielen Schulen regelmäßig Zoom-Konferenzen mit Eltern, von denen viele auch durch die veränderte Situation stark gefordert sind“, meint Eder. Auch in den Kindergärten wurde und wird mit den Eltern und Kindern über das Programm „KIDSFOX“ kommuniziert. Die Stadträtin unterstreicht: „Die Corona-Krise hat gezeigt, wie wichtig es war, bereits seit einigen Jahren in die Digitalisierung unserer Pflichtschulen und Kindergärten zu investieren und diesen Weg auch kontinuierlich weiter zu verfolgen.“

Und auch das Teamwork lobt die Schulstadträtin: „Durch gute Zusammenarbeit aller beteiligter Institutionen der Stadt Klosterneuburg, des Landes Niederösterreichs, des Bundes und hohen persönlichen Einsatz aller Direktoren, Pädagogen und Betreuerinnen konnte trotz immer wieder geänderter Anforderungen ein nahezu ungestörter Betrieb aufrechterhalten werden. Die notwendigen Hygiene- (Masken, Desinfektionsmittel, Reinigungspläne etc.) und Covid19-Testmaßnahmen (Anterio-Nasaltest) wurden je nach Vorgabe selbstverständlich eingehalten.“