Fake-Polizisten schlugen in Klosterneuburg wieder zu. Die Fake-Polizisten schlugen in Klosterneuburg wieder zu. Das Opfer diesmal: Weidlingbachs Ortsvorsteherin Waltraud Balaska. Sie ließ sich aber nicht täuschen.

Von Thomas Török. Erstellt am 06. Januar 2021 (04:39)
Die Betrüger dürften in täuschend echt aussehenden Polizeiuniformen ihre Opfer um ihre Wertsachen bringen.
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Anfang Dezember hatte die NÖN bereits berichtet: Als Polizeibeamte getarnte Betrüger sind unterwegs. Sie versuchen, gutgläubigen Seniorinnen mithilfe eines Trickanrufes ihre Wertgegenstände zu entlocken. Es ist weiterhin Vorsicht geboten, denn sie sind wieder aktiv.

„Wegen des NÖN-Artikels von vor zwei Wochen dachte ich mir gleich, da muss was faul sein an der Sache“, erzählt Waltraud Balaska, die letzten Montag einen dubiosen Anruf erhielt. „Der Mann stellte sich als Bezirksinspektor Thomas soundso von der Polizei Klosterneuburg vor, als er mich gegen 14.15 Uhr angerufen hat“, so die Weidlingbacher Ortsvorsteherin. „Dann hat er mich gefragt, wo ich am 25. Dezember gewesen wäre. Zu Hause, antwortete ich. Der Mann am anderen Ende der Leitung behauptete, dass ich am besagten Tag bei seinem Anruf nicht abgehoben hätte. Zwei junge Männer sollen vor meinem Haus aufgegriffen worden sein, die einen Zettel mit meinem Namen und meiner Adresse dabei gehabt hätten“, schildert Balaska den Ablauf des Gesprächs, mit dem der Anrufer sie zu verunsichern versuchte.

Opfer sind allein wohnende Seniorinnen

„Sie müssen jetzt etwas aufschreiben, was ich Ihnen gleich ansagen werde“, sagte der vermeintliche Polizeibeamte zu Balaska, die immer misstrauischer wurde, und sich plötzlich den Bericht aus der NÖN über die falschen Polizisten ins Gedächtnis rief. „Ich dachte mir, ich tu am besten so, als wäre ich nicht alleine zu Hause, und täuschte vor, mit einem Gast zu reden. Im nächsten Moment hat der Mann aufgelegt“, erzählt sie aufgeregt.

Balaska hat den Vorfall umgehend bei der Polizei gemeldet: „Nachdem bei mir im Laufe meines Lebens schon zweimal eingebrochen wurde, verwahre ich keine Wertsachen mehr zu Hause, somit ist bei mir auch nichts zu holen.“ So beschreibt sie ihre bisherigen Erfahrungen mit Kriminellen und welche Schlüsse sie daraus gezogen hat. Was den Anrufer anbelangt, so soll dieser im akzentfreien, österreichischen Deutsch gesprochen haben.

„Wegen des NÖN-Artikels dachte ich mir, da muss was faul sein an der Sache!“ Waltraud Balaska, Ortsvorsteherin Weidlingbach

Was die Masche der Betrüger angeht, so dürften sich diese im Telefonbuch gezielt alleinstehende Pensionistinnen heraus suchen, da diese mit dem Trick wahrscheinlich die am einfachsten zu täuschende Gruppe sind.

Polizei verlangt über Besitz keine Auskunft

Waltraud Balaska ist hinsichtlich dieses Betrugsversuches bestürzt: „Mir war bei der Vorstellung, dass diese Leute in der Nähe meines Hauses darauf gewartet haben, sich bei mir Eintritt zu erschleichen, nicht gerade angenehm.“ Obgleich sie in dieser Situation alles richtig gemacht hat, stellt sie sich dennoch die Frage, ob sie nicht hätte mehr tun können: „Wenn ich den falschen Inspektor hergebeten hätte und einstweilen die richtige Polizei benachrichtigt hätte, wären die Betrüger vielleicht schon in Gewahrsam.“

In Klosterneuburg dürfte Balaska somit fast das dritte Opfer der Betrugsmasche mit dem Polizeitrick geworden sein. Im November und Dezember haben die Betrüger bereits zwei Damen um ihre Wertgegenstände jeweils im mittleren fünfstelligen Bereich gebracht.