Lehrer-App von Klosterneuburger sorgte für Aufsehen. Drei Tage lang konnten Schüler ein bis fünf Sterne an ihre Lehrer vergeben. Entwickelt wurde die Anwendung vom Klosterneuburger Benjamin Hadrigan. Mittlerweile ist die App offline.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 20. November 2019 (04:15)
Die Lehrerbewertungs-App „Lernsieg“ wurde von dem Klosterneuburger Benjamin Hadrigan entwickelt.
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Ein junger Klosterneuburger sorgt für Schlagzeilen: Der 17-jährige Benjamin Hadrigan steckt hinter der Lehrerbewertungs-App, die seit vergangener Woche Thema in den Medien ist. Mit „Lernsieg“ wollte der Gymnasiast das Bildungssystem transparenter und fairer machen – doch er scheiterte. Die viel kritisierte App ist seit Montag offline, nur drei Tage konnte die Anwendung genutzt werden.

Das Ziel war groß: „Mir geht es darum, Schülern eine Stimme zu geben“, betonte der Erfinder, der eine Schule in Wien besucht und gleichzeitig studiert. Für die kostenlose App wurde eine Datenbank mit rund 90.000 Lehrern und den entsprechenden Schulen angelegt. Die Nutzer konnten Sterne vergeben – fünf für Sehr gut, eins für Nicht Genügend – in den Kategorien Unterricht, Fairness oder Pünktlichkeit. Hadrigan: „Wir fragen nicht die Beliebtheit ab, sondern objektive Kriterien.“ Diffamierung sei ausgeschlossen, versicherte Hadrigan im Vorfeld, dennoch wurde die App abgedreht.

Kein wirtschaftliches Interesse an Fälschung

Um Manipulation bei den Ergebnissen wie mehrfache Stimmabgabe zu verhindern, wurde jede Anmeldung per SMS verifiziert. Ob tatsächlich nur Schüler ihre Stimme abgeben, konnte man zwar nicht überprüfen. Aber: „Ich bewerte ja auch nicht Ärzte, bei denen ich nicht war“, so Hadrigan. „Missbrauch wird man nie ganz ausschließen können“, meinte der bei der App-Entwicklung beigezogene Medienanwalt Michael Krüger bei einer Pressekonferenz vergangene Woche. Allerdings gebe es im Gegensatz zu anderen Anwendungen hier auch keine wirtschaftlichen Interessen an Manipulation.

Finanziell unterstützt wurde Hadrigan bei der App von einer Investorengruppe um Philipp Ploner mit einem sechsstelligen Eurobetrag. Vor dem Aus der App war der Plan „Lernsieg“ weiterzuentwickeln: Im Idealfall hätte die Anwendung auch Geld abwerfen sollen  – wie, wurde vorerst nicht gesagt. App-Erfinder Hadrigan war zuletzt mit seinem Buch „#Lernsieg“ in den Medien.

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