City-Center auf Stadtplatz?. KLOSTERNEUBURG / Bürgermeister will Räume für Kaufhaus im Stadtzentrum erschließen.
Seine Idee: ein neues Shoppingcenter auf den Standorten von Wien Energie und Volksbank.

Von Alexandra Halouska. Erstellt am 19. Februar 2014 (09:26)
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Hier könnte Klosterneuburgs künftiges Einkaufszentrum stehen: auf dem Stadtplatz. Laut Bürgermeister haben die aktuellen Eigentümer der Liegenschaft — Volksbank und Wien Energie — Interesse an einer Nutzung des Areals als „City-Center“ signalisiert.
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Von Alexandra Halouska

Stellen Sie sich vor, Sie gehen im Klosterneuburger Zentrum einkaufen: Sie fahren mit dem Auto auf den Stadtplatz. Bei Hausnummer 10 biegen Sie ab, fahren in die Tiefgarage und stellen Ihr Auto gemütlich ab. Sie stöckeln in den Aufzug, der Sie in den zweiten Stock bringt.

Dort müssen Sie sich einer wirklich schweren Entscheidung stellen: Gehen Sie zuerst einen Kaffee trinken, oder wollen Sie doch gleich Schuhe kaufen? Egal, denken Sie sich, Sie parken ohnehin zwei Stunden gratis. Ein Cappuccino mit Croissant kann sicher nicht schaden.

Von den Wunschträumen zurück in die Realität: Parken kostet in Klosterneuburg einen Euro die Stunde, vorausgesetzt man findet einen Abstellplatz. Eine Parkgarage gibt es auch, die verrechnet aber 2,70 Euro für 60 Minuten.

Kritik an Projekten, die niemals kamen

Noch vor Jahren keimten Ideen für ein Einkaufszentrum in der Babenbergerstadt. Eines hätte samt Tiefgarage in der Hundskehle entstehen sollen. Dort, wo heute die Liese-Prokop-Wohnhausanlage steht. Ein anderes war im Klosterneuburger Industriegebiet geplant.

Kaum lagen die ersten Entwürfe auf dem Tisch, meldeten sich die Kritiker zu Wort. Die einen sagten, ein Einkaufszentrum im Gewerbegebiet bedeute den Tod des historischen Stadtkerns. Die anderen meinten, ein Einkaufsturm in der Hundskehle verschandle das Ortsbild.

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Doch die Sorgen waren letztlich umsonst: Realisiert wurde keines der Projekte. Erst im Juni 2012 lief die Bewilligung für den Einkaufspark im Industriegebiet ab.

Eineinhalb Jahre später sät Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager erneut Hoffnung: „Die Stadt führt Gespräche mit der Volksbank und der Wien Energie. Beide haben ihr Interesse an einer Nutzung der Areale auf dem Stadtplatz signalisiert. Die Liegenschaften sind zentral, ihre Fassade würde einen Umbau zulassen. Vielleicht lässt sich eine Art City-Center oder ein schickes Kaufhaus realisieren.“

„Bin für zentrale Einkaufs-Infrastruktur“

Parkplätze, Gastronomie, Schuhe und „ein attraktiver Markenmix“ — all das würde sich der Stadtchef im Einkaufszentrum wünschen. Derzeit sollen Profis den Flächenbedarf eruieren. „Damit wir einen Überblick haben, was sich in welchem Volumen verwirklichen lässt“, erklärt Schmuckenschlager. Der Raumordnungsausschuss soll sich mit den notwendigen Widmungen auseinandersetzen.

ÖVP-Wirtschaftsstadtrat Martin Czerny soll mit potenziellen Interessenten in Kontakt stehen. „Mehr kann ich dazu aber im Moment noch nicht verraten“, erklärt er der NÖN. Was die Standort-Debatte des Einkaufszentrums betrifft, hat Czerny einen klaren Standpunkt: „Ich spreche mich für eine Stärkung des Zentrums aus und nicht für ein dezentrales Shoppingcenter.“