Gratis-Fahrt durch die Krise in Klosterneuburg?. Im Citybus gibts keine Tickets. Peter Hofbauer fordert Gratisbenützung aller Öffis.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 27. Januar 2021 (04:05)
Plädiert für Freifahrten in allen Öffis während des Lockdowns: Gemeinderat Peter Hofbauer.
NÖN

„Ich wollte am Freitag, 15. Jänner im Citybus ein Ticket lösen. Geht nicht. Der Lockdown verbietet es zum Schutz des Fahrers. So müsste ich also vorher bei einem Automaten am Kierlinger Bahnhof einen Fahrschein lösen, um dann von der Ziegelofengasse den Citybus korrekt benützen zu dürfen“, schildert Gemeinderat Peter Hofbauer (Liste Hofbauer) einen am eigenen Leib verspürten Missstand.

„Ich wollte am Freitag, 15. Jänner im Citybus ein Ticket lösen. Geht nicht. Der Lockdown verbietet es zum Schutz des Fahrers"

Und tatsächlich: Im Bus werden keine Tickets verkauft, beim Schwarzfahren soll allerdings ein Auge zugedrückt werden. „Wer sich also korrekt verhalten will, ist demnach benachteiligt gegenüber jenen Bürgern, die die Öffis ohne Ticket benützen“, so Hofbauer weiter. Er plädiert mit Nachdruck dafür, dass während der Zeit des Lockdowns die Öffis in Klosterneuburg gratis benützt werden dürfen. Hofbauer wendet sich an den Verkehrsstadtrat, den VOR und an den Bürgermeister.

„Ich bin seit Monaten in dem Thema mit dem VOR im Austausch, weil ich es auch als problematisch sehe, dass es de facto kaum eine Möglichkeit gibt, zu einem Fahrschein zu kommen, wenn man ihn nicht online kauft. Das grenzt viele Fahrgäste aus“, so Verkehrsstadtrat Johannes Kehrer, der hofft, dass der Verkauf beim Fahrer bald wieder möglich ist. Künftig appelliert Kehrer aber an den VOR, unbedingt eine weitere Infrastruktur für den Ticket-Vorverkauf zu nutzen. „Ich denke da zum Beispiel an Trafiken. Die Verhandlungen hat der VOR ehestmöglich anzugehen. Hier wurden eklatante Lücken offenbart.“

„Ich bin seit Monaten in dem Thema mit dem VOR im Austausch, weil ich es auch als problematisch sehe, dass es de facto kaum eine Möglichkeit gibt, zu einem Fahrschein zu kommen, wenn man ihn nicht online kauft"

Eine Freifahrt für alle sieht Kehrer aber als problematisch an: „Das hätte finanzielle Auswirkungen eklatanten Ausmaßes, zudem leidet der VOR ohnehin schon unter massivem Entgang bei den Einnahmen. Als Jahreskartenbesitzer könnte ich dann auch meine Freifahrt einfordern.“

„Die Vordertür von Regionalbussen bleibt vorerst geschlossen, um auch die Initiativen der Bundesregierung zur Eindämmung der Infektionszahlen zu unterstützen“, so Werner Molik, Sprecher der Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) GmbH., der aber eingesteht, dass der Ticketverkauf für einige Nutzergruppen im Lockdown schwierig ist. Er appelliert, andere Personen zu bitten, Fahrkarten bei den Bahnhöfen zu kaufen. Auch können Tickets für einen bestimmten Tag im Voraus bei den Automaten gelöst werden. Ein Verkauf in Trafiken finde gegenwärtig nur in Wien statt. Eine generelle Freifahrt wäre aus wirtschaftlichen Gründen nicht vertretbar und würde auch die vielen Stammkunden, vor allem Jahreskartenbesitzer, benachteiligen. Bei Kontrollen werde aber „mit einem entsprechenden Fingerspitzengefühl“ vorgegangen.

Hofbauer dazu: „Das ist sehr schade. Da lässt man lieber leere Autobusse im Kreis fahren.“

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  • Sollen die Öffis im Lockdown für alle gratis sein?