Klosterneuburger Firma „Polymun“ an vorderster Front. Die Klosterneuburger Firma „Polymun“ mischt bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs gemeinsam mit den Pharmafirmen „Biontech“ und „Pfizer“ kräftig mit.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 20. November 2020 (03:07)
Andreas Wagner, Produktionsleiter bei „Polymun“ aus Klosterneuburg kämpft erfolgreich um einen Corona-Impfstoff mit.
Hornstein

„Wenn ein Corona-Impfstoff funktioniert, danken sie dieser kleinen Firma im ländlichen Österreich“. Das schreibt niemand Geringerer als das renommierte „Wall Street Journal“. Und welche Firma damit gemeint ist, ist klar: der Klosterneuburger Forschungs- und Produktionsbetrieb für Biopharmazeutika „Polymun“.

Auf der ganzen Welt wird fieberhaft nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus gesucht. Am weitesten bei der Entwicklung dürften die Pharmafirmen „Biontech“ und „Pfizer“ sein. An der Herstellung ist auch die Klosterneuburger Firma „Polymun“ beteiligt.

Eine vor ein paar Tagen veröffentlichte Studie lässt hoffen. 43.000 Menschen nahmen an der Studie teil. Der Impfstoff soll weitgehend Schutz vor der Krankheit Covid-19 bieten. Schwere Nebenwirkungen wären nicht registriert worden. „Wir haben von Februar an hart darauf hingearbeitet, de facto ohne Pause“, sagt Andreas Wagner, Produktionsleiter bei Polymun, im Gespräch mit noe.ORF.at. „Wir haben den ganzen Sommer hinweg Material für tierische und klinische Studien produziert.“ Konkret handelt es sich bei dem Impfstoff um einen sogenannten RNA-Impfstoff, in dem Informationen des Erregers enthalten sind. „Dabei wird die Information, die Blaupause, für das Virusprotein gespritzt. Das wird dann im Körper auf das Virusprotein übersetzt, damit das Immunsystem dagegen eine Abwehr aufbauen kann“, erklärt Wagner.

Der Pharmakonzern „Pfizer“ will nach eigenen Angaben heuer noch bis zu 100 Millionen Dosen des Covid-19-Impfstoffes herstellen. Nächstes Jahr sollen es dann bis zu 1,3 Milliarden Dosen sein. Sollte die Zulassung erfolgreich sein, wird Klosterneuburg eine von mehreren Produktionsstellen werden.