Klosterneuburger Kultursommer als "Ritt ins Ungewisse". Veranstaltungen stehen an der Kippe zur Absage. Für die Oper fällt die Entscheidung Ende April, für das Sommertheater Mitte Mai, fürs Mythos Film Festival im Juni.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 24. April 2020 (04:26)
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M. Glassner

Nach der Erklärung von Kulturstaatssekretärin Ulrike Lunacek und Vizekanzler Werner Kogler, wonach Festivals bis 31. August nicht möglich sein werden, ist natürlich auch in Klosterneuburg die Unsicherheit gestiegen, ob die geplanten Veranstaltungen überhaupt realisierbar sind.

Michael Garschall, Intendant der operkosterneuburg, wartet die verbindliche Entscheidung des Theaterfests NÖ ab, die „noch im April“ fallen soll. Bei dieser Entscheidung müsse man jedenfalls „die Vernunft mitspielen lassen“, so Garschall, der sich angesichts der formulierten Auflagen (Mund-Nasen-Schutz, 20 Quadratmeter pro Person) eher skeptisch zeigt und von einem „Ritt ins Ungewisse“ spricht. Bei etwa 130 Mitwirkenden, davon allein 38 Damen und Herren im Chor, erscheint die Umsetzung der Vorgaben nicht einfach. Die zentrale Frage aber lautet für Garschall: „Wie geht das Publikum damit um?“ – soll heißen, was ist den Besuchern zuzumuten? Und ein nicht unwesentlicher Aspekt: „Es soll ja auch kein Finanzdebakel werden.“

Noch wird in beide Richtungen gearbeitet

Hier sind die Stadtgemeinde als Veranstalter und das Land NÖ als Förderer natürlich wertvolle und verlässliche Partner. Kulturamtsleiter Franz Brenner: „Noch arbeiten wir in beide Richtungen, gemeinsam mit der Kulturabteilung des Landes NÖ, die sich extrem engagiert bei der Problemlösung.“

Für das Kurzfilmfestival „Shortynale“ im August hat Brenner zwei Optionen parat: Es kann in der „physischen“ Variante oder im Streaming-Verfahren stattfinden. Was das Mythos Film Festival betrifft, wird die Entscheidung erst in der dritten Juniwoche getroffen.

Eine beträchtliche Herausforderung ist die Situation auch für das Sommertheater Klosterneuburg. „Wir hatten gehofft, dass wir Ende April entscheiden können“, so die beiden Intendantinnen Johanna Rieger und Julia Prock-Schauer. Nun wollen sie bis Mitte Mai zuwarten, in der Hoffnung, dass sich bis dahin konkretere Perspektiven für ergeben. Denn die Kulturstaatssekretärin Ulrike Lunacek habe gerade die Sommertheater mit keinem Wort erwähnt, ärgert sich Rieger.

Gute Neuigkeiten verkündet indes die Galerie Gugging, wo Besucher nach vorheriger Terminvereinbarung unter 0676/84 11 81 200 oder office@galeriegugging.com willkommen sind. Bis auf Weiteres geschlossen bleiben hingegen die Kulturbetriebe des Stifts Klosterneuburg (Museum, Bibliothek, Archiv) sowie das Stadtmuseum, das Universalmuseum Kierling und das museum gugging.