Klosterneuburg: Hostie nur mehr in die Hand. Bei Messfeiern in den Pfarren gibt es keine Mundkommunion mehr. Noch kein Verdachtsfall in Klosterneuburg bekannt.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 04. März 2020 (05:36)
Im Dezember erkrankten die erstenMenschen in China am neuen Coronavirus.Inzwischen gibt es auch schon Fälle inÖsterreich.
Shutterstock/Jarun Ontakrai

Die 18 Österreicher, die sich mit dem Coronavirus angesteckt haben und in Behandlung sind, muten statistisch gegen die tausenden Influenza-Toten der letzten Jahre fast ein bisschen harmlos an. Dennoch: Die Bevölkerung und die Regierung sind, ob der voranschreitenden Verbreitung des neuen Virus, in Sorge. Zahlreiche Maßnahmen wurden getroffen, um dem Einhalt zu gebieten. Doch die Reaktion der Bevölkerung bleibt nicht aus.

Die Supermärkte verzeichnen einen regen Verkauf von haltbaren Produkten. So wird seitens des Rewe-Konzerns „eine verstärkte Nachfrage bei Grundnahrungsmitteln wie etwa Nudeln, Konserven und weiteren haltbaren verpackten Waren“ bemerkt. Die Rewe-Group sei aber auf diese verstärkte Nachfrage gut vorbereitet.

Wie die Apotheken berichten, gibt es in Klosterneuburg keine Schutzmasken mehr. Ausverkauft! Dabei helfen diese nicht als Abwehr der Ansteckung. Auch Desinfektionsmittel sind mehr als knapp.

Sogar die katholische Kirche reagiert auf das Schreckensgespenst Corona. So wird von der Prälatur des Augustiner-Chorherrenstiftes nach Rücksprache mit der AGES, das Expertengremium des Gesundheitsministeriums, empfohlen, bei den Messfeiern auf Kelchkommunion zu verzichten und nur Handkommunion (und keine Mundkommunion) zu reichen. Angeraten wird auch, die üblichen Hygienestandards einzuhalten, wie zum Beispiel häufiges Händewaschen, besonders vor der liturgischen Feier.

Auf verstärkte Hygiene setzt auch Allgemeinmediziner Peter Kaufmann. „Als Schutz zielführend ist – vor allem für besonders gefährdete Menschen – die Handhygiene. Und große Menschenansammlungen zu meiden.“

Da die Symptome gleich einer Influenza sind, ist eine Selbsterkennung der Krankheit anhand der Symptome nicht möglich, sondern nur durch Erhebung der möglichen Ansteckungsquelle. Und da biete sich die Information entweder bei der Hotline 1450 und/oder bei den Hausärzten an.

Keinesfalls müsse man aber bei jeder Verkühlung Angst haben, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, außer man entspricht den Warnkriterien bezüglich der Ansteckungsquellen. Wer aber glaubt, sich angesteckt zu haben, soll zum Telefon greifen und die Hotline oder den Arzt anrufen. Kaufmann: „Im Zweifelsfall lieber zehn Mal zum Telefon greifen, als einmal zuviel in die Ordination oder eine Ambulanz kommen.“

Wie schätzt der erfahrene Mediziner die kommende Entwicklung des Coronavirus ein? „Auf lange Zeit bezogen – und hier sprechen wir von Monaten oder vielleicht sogar Jahren – werden wir mit dem Coronavirus umgehen lernen müssen. Vielleicht vergleichbar mit der Influenza, nur hoffentlich mit viel mehr Verantwortungsgefühl bezüglich Schutz der schwächsten und am meisten gefährdeten Menschen.“