Schutzmasken sind in Klosterneuburg ausverkauft. Im ganzen Stadtgebiet gibt es keine Schutzmasken mehr: ausverkauft! Der Schutz mit Masken ist aktuell auch nicht notwendig, versichern die Apotheken.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 26. Februar 2020 (04:32)
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Während die Grippe in Österreich grassiert, haben die Menschen eher Angst vor dem Coronavirus Mehr als 14.000 Menschen sind heuer in Österreich an der „echten Grippe“ erkrankt. 2018/19 sind 1.400 Österreicher daran gestorben. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) sieht angesichts der wenigen Coronavirus-Fälle in Europa zwar weiterhin erhöhte Sorgfalt geboten, aber „keinen Grund zur Panik“. Am Coronavirus ist noch kein Österreicher erkrankt, geschweige denn gestorben. Und dennoch wollen die Menschen für alle Fälle gerüstet sein. In Klosterneuburg ist deshalb die Nachfrage nach Schutzmasken groß. Doch es gibt keine.

„Seit 14 Tagen versuche ich, eine Schutzmaske zu kaufen. Das Coronavirus wird durch Tröpfcheninfektion übertragen, und ich will mich einfach im Vorfeld davor schützen. In ganz Klosterneuburg ist aber keine Schutzmaske erhältlich“, beschwerte sich eine Klosterneuburgerin, die Angst hat, sich bei ihren Einkäufen oder Öffis-Fahrten anzustecken.

Sie hätte alle Apotheken abgeklappert, aber Schutzmasken wären überall ausverkauft gewesen. Auch auf Nachfrage im Gesundheitsministerium sei die Klosterneuburgerin, die nicht namentlich genannt werden will, abgeblitzt. Hier wurde ihr gesagt, dass es sich um einen Artikel der Berufsbekleidung handle. „Dort, beim Bürgerservice, zeigte man sich überhaupt völlig ahnungslos, was dieses Thema betrifft“, so die Schutzsuchende.

Es gibt keinen einzigen Österreicher, der sich mit dem Coronavirus angesteckt hat, und trotzdem wollen sich die Leute dagegen mit Masken schützen.“ Roman Kostiuk, Apotheke zum Hl. Leopold

„Es stimmt, die Masken sind alle ausverkauft“, bestätigt auch Roman Kostiuk von der Apotheke zum Hl. Leopold. Zum wirklichen Schutz bräuchte man aber auch eine Maske mit erhöhtem Schutz. „Mit einer gewöhnlichen Staubmaske erreicht man beim Virusschutz gar nichts“, so der Apotheker, der in Österreich auch keinen Bedarf zu Anschaffung solcher Masken sieht.

„Der freie Handel reagiert da immer auf den Bedarf“, so Kostiuk, der derzeit diesen Bedarf nicht sieht: „In Österreich stecken sich aktuell 14.000 Menschen mit der ‚echten Grippe‘ an, 2018/19 sind 1.400 daran gestorben. Dabei könnte man sich beim Grippe-Virus leicht mit einer Impfung schützen. Es gibt aber keinen einzigen Österreicher, der sich mit dem Coronavirus angesteckt hätte, und trotzdem wollen sich die Leute dagegen mit Masken schützen.“

„Der freie Handel reagiert da immer auf den Bedarf“

Der Engpass in der Lieferung der Masken könnte aber bald vorbei sein. Kostiuk: „Üblicherweise versucht die Industrie, solche Situationen auszunützen und auf eine gesteigerte Nachfrage zu reagieren.“

Auch seitens des Sozialministeriums wird der Engpass bestätigt. Die Krankenhäuser seien aber ausreichend mit Schutzmasken versorgt. „Schutzmasken sind nicht das Mittel erster Wahl und können das Risiko einer Ansteckung lediglich verringern“, so Oliver Gumhold, Pressereferent des Sozialministeriums. Wie lange dieser Engpass dauern wird, kann auch er nicht sagen. Aber Gumhold beruhigt: „Wir haben das alles am Schirm und werden mit dem Virus fertig werden.“

„Die Bevölkerung soll sich bei ihren Ärzten informieren“, appelliert Allgemeinmediziner Peter Kaufmann. Sollten die bekannten Symptome auftreten, rät er, nicht die überfüllten Wartezimmer der Ordinationen aufzusuchen, sondern sich bei den Ärzten telefonisch zu melden. Unter 0800 555 621 und per eMail „www.ages.at“ wird in Sachen Coronavirus Hilfe angeboten.

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