Corona: Neuer Spitzenwert für Klosterneuburg. Mit 27 Fällen (Stand 21. September) hat Klosterneuburg einen Höchststand an neu infizierten Personen. Vorsicht ist geboten.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 23. September 2020 (04:31)
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Corona hält die Welt weiter in Atem. Bedrohlich steigen die Zahlen an und nähern sich beharrlich den Spitzenwerten im März dieses Jahres. Dass für den Herbst eine neue Welle zu erwarten war, ist jedem bewusst gewesen. Aber in der Schnelligkeit hat das wohl kaum jemand erwartet. Das betrifft auch Klosterneuburg. Mit 27 Infizierten (Stand 21. September) hat auch Klosterneuburg seinen noch nie da gewesenen Spitzenwert.

Bislang ist die Babenbergerstadt weitgehendst von Covid-19-Fällen verschont geblieben. Die Anzahl der infizierten Klosterneuburger konnte man bis jetzt an einer Hand abzählen. Das hat sich allerdings jetzt dramatisch geändert. Aber sind 27 Fälle bei einer Klosterneuburger Bevölkerungszahl von 27.500 viel?

Die Coronaampel, als neuestes Warnsystem, bezieht nicht nur die Fallzahl der Infizierten ein, sondern bewertet die Ampelstellung nach einigen anderen unterschiedlichen Parametern. Ein Vergleich von Wien und Klosterneuburg anhand der Fallzahlen gibt aber dennoch ein Bild über die Situation in Klosterneuburg.

„Der rasante Anstieg an positiven Fällen in Klosterneuburg sollte uns alle alarmieren und wachrütteln"

So zählt die Bundeshauptstadt mit Stand vom 21. September rund 4.500 infizierte Personen bei rund 1,9 Millionen Einwohnern. Umgelegt auf Klosterneuburg würde das eine Fallzahl von 56 bedeuten. Die aktuelle Zahl liegt aber bei 27.

Trotzdem ist erhöhte Vorsicht geboten. Das weiß auch Stadtchef Stefan Schmuckenschlager: „Der rasante Anstieg an positiven Fällen in Klosterneuburg sollte uns alle alarmieren und wachrütteln. Die Einschränkungen des normalen Lebensablaufes sind selbstverständlich auch eine psychische Belastung, und darum gilt es mit Maß und Ziel über die nächsten Wochen zu kommen. Im Sinne einer gesunden Gesellschaft in allen Lebensbereichen von der Wirtschaft bis zur persönlichen Gesundheit.“

„Auch wenn wir Außergewöhnliches leisten, stoßen wir derzeit mit dem zur Verfügung stehenden Personal absolut an die Grenzen der Belastbarkeit.“

Das Ansteigen der Coronazahlen bringt auch die Bezirkshauptmannschaft in Tulln ins Schleudern. „Seit die Covid-19-Zahlen in Österreich seit einigen Wochen wieder deutlich ansteigen, hat sich auch die Arbeitsbelastung an unserer BH wieder erheblich gesteigert“, berichtet Bezirkshauptmann Andreas Riemer. Derzeit würden abwechselnd drei Stab-Teams mit je rund 20 Mitarbeitern an sieben Tagen in der Woche daran arbeiten, so rasch wie möglich die laufend einlangenden Meldungen über neue positive Fälle und Verdachtsfälle zu erfassen, Kontaktpersonen zu eruieren, diese telefonisch zu kontaktieren und die gesetzlich erforderlichen Bescheide zu erlassen. Diese Arbeiten müssten neben den „sonst üblichen“ Aufgaben der Bezirkshauptmannschaft erledigt werden, was eine enorme Herausforderung bedeute. In Niederösterreich sei die BH Tulln eine der am meisten belasteten Behörden. Riemer: „Auch wenn wir Außergewöhnliches leisten, stoßen wir derzeit mit dem zur Verfügung stehenden Personal absolut an die Grenzen der Belastbarkeit.“