Klosterneuburg wappnet sich für Strom-Notfall. Nach großflächigem Stromausfall sieht die PUK Lücken. Stadtrat Leopold Spitzbart (ÖVP) wappnet Gemeinde für den Notfall.

Von Claudia Wagner. Erstellt am 30. Juni 2021 (04:30)
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Symbolbild
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Gegen 15 Uhr gingen die Lichter aus: In Teilen Klosterneuburgs brach am Samstag, 19. Juni, das Stromnetz zusammen – Gemeinderat Stefan Hehberger (PUK) kritisiert: „Diesmal waren die Einsatzkräfte, Feuerwehr und Polizei, direkt Betroffene.“

Das gebäudeeigene Notstromaggregat in der Franz Rumplerstraße ist nicht in Funktion. „Der eigene Dieselmotor samt Generator und Umschaltelektrik – veraltete Haustechnik, Brandschutz sowie unzureichende Zu- und Abluft – ist ausgefallen. Leider ist keine praktikable Problembehebung in Sicht“, bemängelt Hehberger. Er fordert eine „tragfähige, zukunftssichere Gesamtlösung für Katastrophen- und den Einsatzfall“. Und: Die Gemeinde müsse die Geldmittel bereitstellen.

„Die Ursache war ein defektes Kabel.“ Manuela Gutenbrunner, Sprecherin Wiener Netze

Auch abseits des Blaulichter-Hotspots sieht der Gemeinderat Lücken: „Warum kommt es in der letzten Zeit in Klosterneuburg gehäuft zu stundenlangen Stromausfällen?“ Schon zu Jahresbeginn kam es nämlich, so Hehberger, zu Unterbrechungszeiten. Sein Appell: ein Zukunfts- und Ausbauprogramm für eine sichere Stromversorgung für Klosterneuburg.

Dass Ortsteile für rund eineinhalb Stunden ohne Elektroenergie auskommen mussten, ist einem technischen Gebrechen geschuldet. „Die Ursache war ein defektes Kabel“, erklärt Wiener Netze-Sprecherin Manuela Gutenbrunner. Ein Stromausfall wird im Unternehmen immer nach dem gleichen Schema behandelt: Der Störungsdienst – er ist rund um die Uhr besetzt – versucht, Haushalte schnellst möglich an ein laufendes Netzwerk umzuschalten, bevor die Ursache eruiert und der Fehler behoben werden kann. Gutenbrunner: „Im Durchschnitt haben die Haushalte nach etwa 90 Minuten wieder Strom.“

„Wir erneuern und überprüfen unser Netz ständig. Manchmal können Kabel aber kaputt werden – wie daheim auch.“

Das war auch in Klosterneuburg der Fall, so die Sprecherin – sukzessive sogar früher, aber beim letzten Abschnitt sorgte eine Verzweigung für Verzögerung. „Wir erneuern und überprüfen unser Netz ständig. Manchmal können Kabel aber kaputt werden – wie daheim auch.“ Im Durchschnitt fällt in Wien pro Jahr 24 Minuten der Strom aus – das liegt sogar unter dem Österreich-Schnitt. Dass manche Orte häufiger von Stromausfällen betroffen sind, kann die Expertin nicht bestätigen – auch nicht Klosterneuburg. „Wir haben eine Versorgungssicherheit von 99,9 Prozent. Die Wiener Netze sind eines der sichersten Netze Europas – und das sagen nicht wir, sondern das belegen Studien.“

Aber: Für den Ernstfall muss man dennoch gerüstet sein. Und so wappnet sich die Stadtgemeinde für ein Blackout, einen Stromausfall, der zwölf bis 24 Stunden die Versorgung, etwa in ganz Ost-Österreich, lahmlegt. Das Credo von Stadtrat Leopold Spitzbart (ÖVP): Die Gemeinde muss auch im Notfall ihre Kernaufgaben erledigen können – in einem ersten Schritt werden Status quo und Verbesserungsbedarf der einzelnen Referate ausgearbeitet. Auf der Prioritätenliste ganz oben: die Wasserversorgung, gefolgt von EDV, Abwasser und Wirtschaftshof. Spitzbart: „Fakt ist, dass wir Hausübungen machen müssen, aber wir sind seit einem Jahr dran. Und das ist natürlich mit Kosten verbunden.“ Eine Idee für die Zukunft: Die stadteigenen PV-Anlagen könnten mit einer Batterie umgerüstet werden, um im Ernstfall etwa das Katastrophenlager versorgen zu können. Apropos Feuerwehr: Hier ist ein mobiles Notfallaggregat im Gespräch – die FF Weidling ist im neuen Haus mit einer Notfallversorgung ausgestattet.

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