Kleine Galerie in Kritezndorf mit großer Kunst. In der ehemaligen Lampisterie entstand nun ein Ausstellungsraum, in dem jeweils vier Wochen ein Werk gezeigt wird.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 31. Juli 2021 (03:16)
440_0008_8137585_klo30_18_kr_bahnhof_lampisterie_heindl.jpg
Derzeit ist in der Ein-Bild-Galerie das Werk von Monika Stahl zu sehen.
Heindl, Heindl

Es ist wohl das schönste Gebäude am Bahnhof Kritzendorf: Die ehemalige Lampisterie, die vor einigen Jahren noch abgerissen werden sollte, ist nicht nur ein architektonisches und – dank des liebevoll gepflegten Gartens – ein blühendes Juwel. Durch die dort nun neu entstandene Ein-Bild-Galerie wurde das kleine Häuschen auch ein kreatives Juwel im Herzen Kritzendorfs.

Im Jahr 1904 als Nebengebäude der k.k Franz-Josefs-Bahn erbaut, diente dieses Häuschen viele Jahre zum Teil (rechter Raum) als Waschküche für die im Bahnhofsgebäude wohnenden Angestellten und zum Teil zur Aufbewahrung und Reinigung der Lampen, die an den Lokomotiven und Waggons angebracht waren; daher der Name Lampisterie.

Als dann um 1930 Gaslampen für die Positionslichter der Züge verwendet wurden, geriet dieses Lampisterie-Gebäude langsam in Vergessenheit und versank sozusagen in einen Dornröschenschlaf. Brennnesseln, Brombeerranken und Müll hüllten es ein, und das Häuschen begann zu verfallen.

Durch einen glücklichen Zufall wurde 2013 dieses kleine Baujuwel von Edith Czernilofsky, der Obfrau des Vereins „Natur-Kunst-Vermittlung“, entdeckt. Sie machte sich mit ein paar MitstreiterInnen vom Verein „Natur-Kunst-Vermittlung“ daran, das Gebäude wieder zum Leben zu erwecken.

Mit viel Arbeitseifer und Herzblut haben einige Vereinsmitglieder 2014 und 2015 die Renovierung begonnen und eine kleine Grünfläche rund um die Lampisterie bepflanzt, anfänglich auch mit Duldung des Gebäudebesitzers ÖBB.

Dann kam mit dem Baubeginn des Park & Ride Platzes/ Krido- Bahnsteig 1 der große Rückschlag: Das geliebte Häuschen sollte der Spitzhacke zum Opfer fallen, es sollte dem Erdboden gleichgemacht und der Nussbaum gefällt werden.

Anfragen von Künstlern bis Ende 2022

Edith Czernilofsky hat sich jedoch persönlich dem Abrissbagger entgegengestellt und eine Nachdenkpause erreicht. Schließlich gelang es über Intervention von PUK-Gemeinderat Stefan Hehberger und mit Unterstützung des Verkehrsstadtrates Johannes Kehrer, dass die Lampisterie erhalten blieb und durch den Verein gepflegt wird. Ab 2018 haben sich die Vereinsmitglieder mit Feuereifer in diese Renovierung gestürzt: Das Dach wurde dicht gemacht, die Innenräume wurden saniert, Fenster und Türen fachgerecht renoviert, eine Baumrundbank um den alten Nussbaum wurde gespendet, und vieles wurde im Garten rund um die Lampisterie gepflanzt und erneuert.

2021 hatte Vereinsmitglied Maria Nebehay – seit 2020 die wichtigste Helferin von Edith Czernilofsky bei der täglichen Gartenarbeit – die Idee, einen der beiden kleinen Räume der Lampisterie zur Galerie zu machen. Wegen der Kleinheit sollte es eine Ein-Bild-Galerie sein. In kurzer Zeit wurde das realisiert, im Juni 2021 gab es die erste Vernissage. Alle vier Wochen wird eine Künstlerin oder ein Künstler hier ein Bild ausstellen. Die allgemeine Eröffnung fand wegen der Corona-Maßnahmen erst im Juli 2021 statt, anlässlich der Vernissage von Monika Stahls Demeter-Bild.

Das Interesse der Künstler ist groß – bis Ende 2022 gibt es bereits Voranmeldungen für jeweils vier Wochen Ausstellungsdauer.

Die Galerie ist im allgemeinen Montag bis Freitag jeweils nachmittags zugänglich.