Leopoldi: Klosterneuburg-Großevent heuer im Kleinformat. Das Leopoldi-Fest soll stattfinden. Allerdings ohne Weinkost, mit weniger Gastronomie und vorgezogener Sperrstunde.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 26. August 2020 (06:05)
Das Leopoldifest wird stattfinden. Allerdings mit vielen Einschränkungen.
NÖN

So wie die Salzburger Festspiele zu Salzburg gehören, gehört der Leopoldimarkt zu Klosterneuburg. Aber wie kann im von Corona geprägten Jahr 2020 der Heiligsprechung des Landespatrons und Gründers des Stiftes Klosterneuburg gebührend gedacht werden?

Schmuckenschlager und Kaufmann trafen Beteiligte

Seit der Heiligsprechung im Jahre 1485 gilt die Verehrung Leopold III. als Volks- und Traditionsfest. Wallfahrten, Jahrmarkt, Fasslrutschen und natürlich kirchliche Feierlichkeiten prägen seit dem 15. Jahrhundert das Gedenken. Darum haben Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager und Landtagsabgeordneter Christoph Kaufmann eine Sitzung mit den Beteiligten des Marktgeschehens abgehalten, beraten und entschieden.

Schmuckenschlager: „Leopoldi ist nicht nur ein Fest für jede Familie in unserer Stadt, sondern das Fest der Familie Klosterneuburg. Seit Jahrhunderten kommt unsere Bevölkerung zusammen, um ihren Landesheiligen freudvoll zu feiern. Heuer müssen wir dies leider in einem gänzlich anderen Rahmen tun.“

Der Todestag von Leopold III., der 15. November, gilt landesweit als Leopolditag und wird insbesondere in Klosterneuburg groß und von der ganzen Stadt gefeiert. Die Freude wird 2020 jedoch durch die Beschränkungen aufgrund der Abstands- und Sicherheitsregeln wegen COVID-19 jäh getrübt.

Unsere Stadtpolitiker sind als Verantwortliche für den mehrtägigen Jahrmarkt nicht zu beneiden. Sie verantworten den großen Rummel am Rathausplatz und müssen daher die nötigen Entscheidungen über die Abhaltung treffen.

„Wir dürfen uns keinen Fehler erlauben und Erkrankungen, einen Cluster oder schlechte Schlagzeilen riskieren.“Abgeordneter Christoph Kaufmann

Der Klosterneuburger Weinbauverein hat dahingehend schon eine endgültige Entscheidung getroffen. „Uns ist das Risiko zu groß“, so Obmann Leopold Kerbl. „In einem geschlossenen Raum einen derartigen Rummel zu veranstalten, halten wir Winzer für verantwortungslos. Es macht auch den Gästen keinen Spaß, ständig kontrolliert zu werden. Wir müssten die Besucherzahl beschränken oder sogar Sitzplätze anbieten. Das geht nicht“, begründet Kerbl die Absage.

Der Schmerz über die Einschränkungen ist groß, aber auch die Einbußen für die Wirtschaftsbetriebe dürfen nicht übersehen werden. Abgeordneter Christoph Kaufmann: „Leopoldi ist für unsere Stadt ein wichtiger wirtschaftlicher und touristischer Impuls. Aber genau deshalb dürfen wir uns keinen Fehler erlauben und Erkrankungen, einen Cluster oder schlechte Schlagzeilen riskieren.“

Viel Konkretes als Ergebnis des Leopoldigipfels kann allerdings nicht berichtet werden:

Weinkost in der Halle wird abgesagt.

Es werden deutlich weniger Gastrostände genehmigt.

Die Sperrstunde wird vorgezogen.

„Was die Schausteller an Fahrgeschäften aufstellen dürfen, muss noch abgeklärt werden“, informiert Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager.

Das Stift, die Stadt und ihre Bevölkerung hätten schon so manches Ungemach der letzten Jahrhunderte überstanden. So würde es auch mit Corona sein. „Da und dort lässt sich bestimmt auch trotz aller Abstandsregeln mit einem guten Tropfen Wein auf den frommen Leopold anstoßen“, schließt Schmuckenschlager.