Watschelnd durch Weidling. Aus gefundenem Entenei schlüpfte Erpel „Hundertwasser“, der zum zutraulichen Familienmitglied wurde.

Von Thomas Török. Erstellt am 20. September 2020 (03:07)
Hundertwasser als flauschigesEntenküklein.
van Kooij

Nahe seines Bootes namens „Regentag“ stieß Tobias van Kooij eines schönen Apriltages 2019 auf ein Entenei, das verlassen am Steg herumlag. Von der Entenmutter war weit und breit keine Spur, also nahm er das Ei mit nach Hause.

Da die van Kooijs in der Haltung von Federtieren bereits einige Erfahrung hatten, besaßen sie somit auch eine Brutmaschine, in der sie das Innere des Eis zum Schlüpfen bringen konnten. Und tatsächlich kurze Zeit später, am Mittwoch nach Ostern, schlüpfte daraus ein Entenküken. Dieses benannten sie nach ihrem Lieblingskünstler: Hundertwasser.

Das Küklein zogen sie in einem Meerschweinchenstall im Haus mit einer Wärmelampe groß. Als Hundertwasser größer wurde, kam er zu den anderen Enten und Hühnern in den Garten, wo er nachts in einem Hühnerstall schläft.

Hundertwasser ist der Chef im Garten

Welches Geschlecht der Wasservogel nun tatsächlich hat, war den van Koojis zu Beginn noch ein Rätsel. „Jetzt leg‘ doch mal ein Ei! Am nächsten Tag hatte er dann plötzlich einen grünen Kopf“, erzählt Isabella van Kooij, da die Erpel (die Entenmännchen) der Stockenten am Kopf bekanntlich eine grüne Färbung haben. Seitdem hat sich Hundertwasser quasi zum „Chef“ im Garten entwickelt, dem die anderen Tiere mit Respekt begegnen. Die van Kooijs sieht er als seine Familie an und ist ihnen gegenüber sehr anhänglich. „In der Früh läuft er mir bis zum Gartentor nach, wenn ich mich auf den Weg zur Schule mache. Manchmal muss ich ihn dann wieder zurück in den Garten bringen“, erzählt Tochter Rianna.

Generell hat Hundertwasser nie die Angst vor anderen Tieren und Menschen kennengelernt, und so fürchtet er sich vor nichts und niemand. Auch Fremden knabbert er neugierig an den Schnürsenkeln und lässt sich den Kopf streicheln.

Das Fliegen hat der Enterich nie richtig gelernt, da er einen gebrochenen Flügel hat. Aber weg will er sowieso nicht, denn bei Auswilderungsversuchen ignoriert er die Artgenossen und ist nur auf die van Kooijs fixiert.

Diese gehen mit ihm auch ab und zu draußen spazieren. Doch am Asphalt hält er es nie lange aus, denn da kriegt er Gelenkschmerzen und verletzt sich die Füße. Seine Lieblingsspeisen sind außer Körnern Würmer und Heuschrecken, die er sich selber fängt. Im Garten fühlt er sich pudelwohl, wo er im Biotop immer ein entspannendes Bad nehmen kann.

Also nicht wundern, wenn es beim Spazieren in Weidling hinter Ihnen plötzlich quakt!