Beim Wein ist in Klosterneuburg alles in Ordnung. Trockenheit und Starkregen setzten Wein – besonders älteren Weinstöcken – nicht übermäßig zu.

Von Helga Urbanitsch und Victoria Heindl. Erstellt am 01. Juli 2020 (03:49)
Auch wenn Raps, Getreide und Leguminosen durch die Trockenheit litten, gibt es gute Nachrichten für Klosterneuburg: Der Wein gedeiht derzeit planmäßig, bilanziert Weinbauvereins-Obmann Leopold Kerbl.
NOEN

„Die Trockenheit hat massive Schäden bei Raps, Getreide und bei Leguminosen wie Erbsen hinterlassen“, erklärte Bezirksbauernkammerobmann Mathias Holzer.
Einem niederschlagsarmen und sehr milden Winter folgte ein ebenfalls zeitiges, mildes und trockenes Frühjahr.
Dabei konnten auch die überdurchschnittlichen Niederschläge in den letzten Wochen leider nicht mehr alle Defizite ausgleichen. „Auch das Schädlingsauftreten hängt mit der Trockenheit zusammen, wie bei den Rüben der Rübenderbrüssler“, so der Obmann.
Vieles kann man zum heutigen Zeitpunkt gar nicht abschätzen, denn „die Überschwemmungen haben auch Schäden angerichtet, sind aber eher Gott sei Dank kleinräumig. Das wird sich in der Befahrbarkeit der Böden auswirken, da ja bei vielen Herbstkulturen wie Rüben oder Kartoffel jetzt Planzenschutzmaßnahmen anstehen, und wenn diese nicht rechtzeitig stattfinden können, dann wird es auch da Schäden geben“, ist Holzer überzeugt.
Mit einem blauen Auge kamen die „Winterungen“ wie Weizen und Roggen, die auf guten Standorten stehen, davon, dagegen haben „Sommerungen“ wie zum Beispiel Braugerste sowie schwächere Standorte mit deutlichen Ertragseinbußen zu rechen. Die gute Nachricht ist: Der Körnermais entwickelt sich durch die aktuellen Niederschläge gut. „Generell sollte man den Ertrag erst nach der eingebrachten Ernte beurteilen, denn bis dahin kann noch einiges passieren“, ist sich Ortsbauernratsobmann Herbert Wimmer sicher.

Keine Schäden durch die Trockenheit

Besser sieht es da für den Wein – der in Klosterneuburg den Hauptanteil der Landwirtschaft ausmacht – aus. „Momentan ist der Verlauf ungefähr normal“, erklärt Weinbauobmann Leopold Kerbl. Die Trockenheit habe zwar den Wuchs bei jüngeren Anlagen schwächer ausfallen lassen, bei älteren Weinstöcken, die tiefer verwurzelt sind, habe die Trockenheit aber keine großen Auswirkungen.
Der Regen der letzten Tage war aber auch bei den Klosterneuburger Winzern sehr willkommen. „Der Regen war gut. Man merkt, wie sich die Weingärten erholen“, so Kerbl. Niederschläge wünschen sich Kerbl und seine Weinbau-Kollegen auch für den restlichen Sommer.

„Wenn es über den Sommer einigermaßen Niederschläge gibt, dann passt alles“, wagt Kerbl eine vorsichtige Prognose.
Nach einer alten Winzer-Faustregel beginnt die Ernte etwa 100 Tage nach der Blüte, die heuer – trotz so mancher Wetterkapriole – zu einem durchschnittlichen Zeitpunkt im Juni war. Somit rechnet Kerbl mit einem Lesebeginn in Klosterneuburg Mitte September.

Getreideernte unterdurchschnittlich

Nicht mehr ganz so viel Zeit bis Erntebeginn haben die Anbauer von Getreide und Co. Dabei ist leider eines schon sicher: „„Es wird in jedem Fall eine unterdurchschnittliche Ernte werden, da leider auch die Erzeugerpreise nicht zufriedenstellend sind“, so Bezirksbauernratsobmann Wolfgang Wimmer.

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