Kurios: Statt Hochzeit ein Konzert ohne den Wirt gemacht

Erstellt am 15. Juni 2022 | 05:13
Lesezeit: 3 Min
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Heurigenwirt Martin Trat wundert sich über so manche Bestellpraktiken.
Foto: NÖN
Aus einer Hochzeitsanfrage wurde ein Konzerttermin mit dem bekannten Saxofonisten „TomX“. Nur der Wirt wusste von nichts.
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Da staunte Heurigenwirt Martin Trat nicht schlecht, als er am Telefon eine Dame hatte, die für ein Konzert am 1. Juli gleich 20 Karten bestellen wollte. „Gnädige Frau, ich weiß nichts von einem Konzert“, beteuert Trat und wurde ziemlich stutzig. Denn genau an diesem Tag hätte es eine Hochzeit in seinem Lokal geben sollen. Jedenfalls gab es dafür eine Anfrage.

So setzte sich Trat mit jener Person in Verbindung, die an diesem Tag eigentlich eine Hochzeit veranstalten wollte und nach dem Preis fragte. Der in Klosterneuburg bekannte frühere Diskothekenbesitzer Wolfgang Bayer klärte die Sache dann auch auf.

Trat: „Er hat mir gesagt, dass er die Hochzeit für ein Mädchen organisieren wollte. Diese hätte es sich aber dann anders überlegt und wollte nicht mehr heiraten. Weil diese Dame abgesprungen ist, hat er entschieden, ein Fest mit Freunden zu gestalten.“

Ein Konzert ohne Absprache mit dem Wirt

Ohne wieder mit dem Wirt Kontakt aufzunehmen, bot er ein Konzert mit dem bekannten Saxofonisten „TomX“ an, gleich mit Getränken und Buffet, zu einem selbst komponierten Gesamtpreis von 45 Euro, angekündigt mit Plakaten in ganz Klosterneuburg.

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Dieses Plakat war in ganz Klosterneuburg verteilt.
Foto: NOEN

„Er argumentierte damit, dass, wenn die Musiker schon engagiert und bestellt seien, man das nützen und die Hochzeit in ein Fest umwandeln sollte“, so Trat. All das aber ohne Absprache mit dem Wirt, der von den ganzen Plänen des Kunden keine Ahnung hatte.

Und Trat weiter: „Ich hab ihm dann vorgerechnet, dass sich das alles finanziell nicht ausgehen kann und Angst gehabt, dass bei mir plötzlich 50 Leute oder mehr stehen, die Getränke und Essen haben wollen. Er hat halt gemeint, dass wenn er eine Hochzeit bestellt hat, das Lokal für alles andere haben kann. In so einem Fall muss das natürlich aber erst mit dem Besitzer des Lokals abgesprochen werden.“

Sein Hauptproblem war angeblich die Höhe der Stornogebühr der Künstler. Heurigenwirt Trat abschließend: „Ein Switch von einer Hochzeitsvorbestellung zu einem Konzert ist ohne mein Wissen halt nicht leicht durchzuführen.“

Wolfgang Bayer beteuerte im NÖN Gespräch mit Frau Trat sehr wohl darüber gesprochen, eine Zusage und ein paar Stunden später eine Absage bekommen zu haben. Das Ganze wäre zu unsicher.

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