Tierquälerei in Kritzendorf: Meister Reineke in Not. Ein noch unbekannter Täter schoß mit Pfeil und Bogen auf einen Fuchs. Pfeil blieb im Ohr stecken.

Von Victoria Heindl. Erstellt am 22. Juli 2020 (04:35)
Beim Bahnhof Unterkritzendorf machten ein paar Kritzendorfer Jugendliche die traurige Entdeckung. Bei den Bahngleisen irrte ein Fuchs, dem ein Unbekannter einen Pfeil durch das Ohr geschossen hatte, herum. Bis jetzt (Stand Montag, 20. Juli) konnte das Tier noch nicht eingefangen und von seinem unfreiwilligen „Piercing“ befreit werden.
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In Fabeln, Märchen und Sagen ist das besondere Merkmal des Fuchses seine Gerissenheit und sein schlaues Wesen. Aber auch der schlaueste Fuchs kann Menschen, die auf blöde Ideen kommen, nicht entfliehen. So auch vergangenes Wochenende in Unterkritzendorf.

Dort sahen Kritzendorfer Jugendliche einen Fuchs mit einem besonderen Merkmal bei den Bahngleisen herumirren. Der Fuchs war anscheinend von einem Menschen mit Pfeil und Bogen beschossen worden. Der Pfeil steckte noch im Ohr. Bis jetzt (Stand Montag, 20. Juli) konnte das Tier noch nicht eingefangen und von seinem unliebsamen Ohrschmuck wieder befreit werden.

„Ich werde bei der Dämmerung versuchen, den Fuchs mithilfe von hochwertigem Hundefutter anzulocken. Ich hoffe, dass wir ihn fangen und den Pfeil aus dem Ohr entfernen können.“ Ortsvorsteherin Ingrid Pollauf

Vergangenen Samstag gegen 17 Uhr machten die Kritzendorfer Jugendlichen die schreckliche Entdeckung. Bei den Bahngleisen am Bahnhof Unterkritzendorf irrte der Fuchs herum. Sie versuchten, das Tier einzufangen, um ihm zu helfen, aber der Fuchs war zu verschreckt, und den Jugendlichen gelang es nicht.

In Windeseile verbreitete sich die Nachricht auf den Sozialen Medien. Unverständnis und schieres Entsetzen war der Grundtenor bei den zahlreichen Kommentaren. Auch Ortsvorsteherin Ingrid Pollauf warnte die Kritzendorfer vor dem noch unbekannten Bogenschützen. Aber nicht nur warnende Worte hatte die tierliebende Ortschefin übrig. Sie machte sich die vergangenen Tage auch immer wieder selbst auf die Suche nach dem verletzten Tier. „So kann der Fuchs nicht jagen. Ich werde auch die nächsten Tage bei der Dämmerung versuchen, den Fuchs mithilfe von hochwertigem Hundefutter anzulocken. Ich hoffe, dass wir ihn fangen und den Pfeil aus dem Ohr entfernen können“, hofft Pollauf, dem Tier helfen zu können. Dabei setzt sie auch auf die Mithilfe der Anrainer. Wer den Fuchs sieht, soll sie unter 0664/ 3851501 oder Angie Fuchs von der Tierhilfe Klosterneuburg unter 0664/2619004 verständigen. Tierquälerei ist aber kein „Kavaliersdelikt“. Es drohen Geldstrafen von bis zu 7.500 Euro (siehe Infobox). Anzeige wurde erstattet.